Beatrix von Storch von der Berliner AfD (Quelle: dpa)

"Kein Mensch ist illegal" - Unbekannte besprühen Berliner AfD-Büros

Die Berliner AfD-Chefin Beatrix von Storch hatte zuletzt bundesweit Schlagzeilen gemacht: mit ihrer Aussage, dass an deutschen Grenzen notfalls Waffen auch gegen flüchtende Frauen und Kinder eingesetzt werden sollten. Dafür hat sie sich mittlerweile entschuldigt. In der Nacht zu Sonntag wurde ihr Büro mit Parolen beschmiert.

Unbekannte in Berlin haben in der Nacht zu Sonntag zwei Büros der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) mit Parolen besprüht. Laut Polizei waren das Büro der Berliner AfD-Chefin und Europaabgeordneten Beatrix von Storch sowie die Geschäftsstelle des Berliner Landesverbandes betroffen.

In roter Farbe stand in der Zionskirchstraße in Mitte an der Fassade zu lesen: "Refugees Welcome" und "von Storch abschieben". An der Geschäftsstelle in der Schillstraße in Tiergarten hinterließen die unbekannten Täter unter anderem die Parolen "Nazis raus", "Refugees are welcome" und "Kein Mensch ist illegal". Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt in beiden Fällen.

Bei Facebook "auf der Maus ausgerutscht"

Ende Januar war von Storch von einem Facebook-Nutzer gefragt worden, ob ihre Partei Frauen und Kinder "mit Waffengewalt" am Zutritt nach Deutschland hindern wolle. Die Antwort der Berliner AfD-Chefin lautete "Ja." Später schwächte sie die Antwort etwas ab: "Gegen Kinder ist der Schusswaffeneinsatz richtigerweise nicht zulässig. Frauen sind anders als Kinder verständig." Sie begründete ihr erstes Posting später damit, dass sie mit dem Finger auf der Computermaus abgerutscht sei, sagte sie dem "Spiegel". Dem Posting war eine Aussage von AfD-Bundeschefin Frauke Petry vorausgegangen, die in einem Interview gesagt hatte, Polizisten müssten illegalen Grenzübertritt verhindern, und dabei "notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz".

Von Storch hat ihre Äußerungen mittlerweile als Fehler bezeichnet. "Niemand will auf Menschen schießen, nicht auf Frauen, nicht auf Kinder und auch nicht auf Männer", sagte sie vor wenigen Tagen. "Auch ich will das nicht. Ich habe mich kürzlich so ausgedrückt, dass es darüber Zweifel gegeben hat. Es tut mir leid, das war ein Fehler", sagte von Storch. Sie trete für eine Kultur des Lebens ein.

Anschläge auch auf Linke in Nauen

Auch zwei Politiker der Linken in Nauen (Havelland) sind am Wochenende Opfer eines Anschlags geworden. Wie Landesgeschäftsführerin Andrea Johlige mitteilte, waren der Ortsvorsitzende Thomas Lück und seine Frau, die Linken-Kreisvorsitzende Susanne Schwanke-Lück, betroffen. Auf einem Reifen ihres Autos, das direkt vor ihrer Wohnung geparkt gewesen sein, hätten Unbekannte einen Brandsatz entzündet. Dabei seien Rußschäden entstanden. Das Parteibüro der Linken in Nauen ist nach Angaben von Johlige im vergangenen Jahr fünfmal Ziel von Angriffen gewesen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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