Christian Müller gibt während der Pogida-Demo am 20.01.2016 ein Interview (Quelle: imago/Markus Heine)

Demo-Organisator laut PNN mehrfach vorbestraft - Pogida-Chef Müller zu Haftstrafe verurteilt

Der Initiator der Pogida-Aufmärsche in Potsdam, Christian Müller, ist zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr ohne Bewährung verurteilt worden. Das berichteten am Samstag mehrere Medien. Müller soll bereits ein stattliches Vorstrafenregister haben, laut PNN saß er auch schon im Maßregelvollzug für psychisch Kranke.

Der Chef des Potsdamer Pegida-Ablegers, Christian Müller, ist vom Potsdamer Amtsgericht zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das berichten die "Potsdamer Neueste Nachrichten" (PNN), die "Märkische Allgemeine" und die "Bild" am Samstag übereinstimmend. Demnach erging am Freitag ein Urteil wegen Körperverletzung und Fahrens ohne Führerschein. Müller organisiert seit Anfang Januar im Wochentakt "Abendspaziergänge" der Pogida in Brandenburgs Landeshauptstadt.

Schlägerei auf einer Silvesterparty

Das Amtsgericht sah es demnach als erwiesen an, dass Müller auf einer Silvesterparty vor einem Jahr zwei junge Männer geschlagen hatte. Laut "PNN" soll der Auslöser gewesen sein, dass Müllers Kampfhund sich mit einem anderen Hund biss.

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis gab Müller der Deutschen Presse-Agentur zufolge zu. Die Schläge stritt er ab - er habe er nur "geschubst". Er werde das Urteil voraussichtlich anfechten, sagte Müller am Samstag der dpa.

Sollten von keiner Seite Rechtsmittel eingelegt werden, müsste Müller im Laufe der nächsten Monate die Haft antreten. Vom Gefängnis aus könnte er die Pogida-Aufmärsche nicht mehr anmelden - laut Versammlungsrecht muss der Veranstalter persönlich anwesend sein.

Bereits fünf Jahre im Gefängnis verbracht

In den vergangenen Tagen hatten Medien berichtet, Müller habe bereits eine längere kriminelle Karriere hinter sich. Recherchen der PNN ergaben demnach, dass er bereits 170 Strafanzeigen vorweisen kann. Müller habe bereits fünf Jahre im Gefängnis gesessen und sei zeitweise auch im psychiatrischen Maßregelvollzug untergebracht gewesen, berichtet zudem die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben Müllers.

2013 kam laut PNN vorzeitig aus der Haft frei. Da Müllers Bewährung noch laufe, müsste er die damals erlassene Haft nachholen, sollte das Urteil vom Freitag rechtskräftig werden. Laut PNN erwägt die Justiz sogar, ihn ins Gefängnis zurückzuschicken, bevor das jüngste Urteil rechtskräftig ist. Dies wäre möglich, wenn Müller als besonders gefährlich eingestuft wird.

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