Grundschüler in einer Turnhalle (Bild: dpa)

Berliner Turnhallen als Notunterkünfte - Lehrer sollen Alternativen zum Sportunterricht buchen

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Berliner Turnhallen hat Auswirkungen auf Berliner Schüler. Der Sportunterricht ist oftmals eingeschränkt. Dagegen will jetzt ein Bündnis aus privaten Anbietern und der Stadt etwas unternehmen. Im Internet können Lehrer Alternativen buchen – und bezahlt wird aus einem Sondertopf.

Etwa 80 Turnhallen werden in Berlin derzeit als Notunterkünfte genutzt. Für etwa 8000 Schüler bedeutet dies, dass ihr Schulsport nun anders aussieht.

Lehrer an betroffenen Schulen können auf einem Online-Portal nun alternative Sportstätten für ihre Klassen buchen. Aufgebaut wurde die Möglichkeit von einem Bündnis aus privaten Sportvermarktern und dem Senat. Der stellte 1,5 Millionen Euro aus einem Sondertopf dafür zur Verfügung, um den Schulsport weiter zu ermöglichen. Nicht selten geht es nun zum Klettern, Tanzen oder Schwimmen.

Bisher nähmen 341 Klassen an 31 Schulen Angebote des neuen Bündnisses in Anspruch, sagte  Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Freitag. Die Zahl könne sich noch auf etwa 40 Schulen erhöhen.

Senat gibt 500 Euro pro Klasse dazu

Pro Klasse können zunächst bis April 500 Euro beantragt werden. Wie viele Wochenstunden Sport damit möglich sind, will Scheeres nicht festlegen. "Die Schulen sollen so viele Sportangebote wie möglich wahrnehmen können, wenn sie es möchten." Die meisten Schüler im Programm kommen bisher aus Pankow und Reinickendorf, wo viele Hallen belegt sind.

Private Sportzentren bieten Rabatte

Sportzentren seien dem Bündnis preislich entgegengekommen, da die Schüler zu typischen Leerzeiten dorthin kämen, sagte Christian Schwab vom Sportnetzwerk funpool. Nach seinen Angaben sind bisher etwa 40  Sportzentren online buchbar - Tendenz steigend. Das Buchungsportal Eversport macht nach eigenen Angaben keinen Profit bei Buchungen: Man hoffe langfristig auf neue Kunden, hieß es.

Daneben bietet der Berliner Leichtathletikverband unter anderem Lauftreffs in Schulnähe an, wie dessen Präsident Gerhard Janetzky sagte. Der Verband beklagt schon länger Trainings-Einschnitte bei Profis und Nachwuchs, weil Flüchtlinge in Hallen untergebracht wurden. Als Alternative zum Schulsport wolle man auch Zirkeltraining etwa auf dem Schulhof improvisieren oder Sportwanderungen ins Olympiastadion anbieten. 

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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