Ein Paar und ihre kleine Tochter in sorbischer Festtagstracht nehmen am Zupust, der sorbisch-wendischen Fastnach, teil. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Finanzierungs-Abkommen für Sorben - Mehr Geld im Topf, mehr Gemeinden im Gebiet

Die Stiftung für das sorbische Volk will die Kultur und die Sprache der slawischen Minderheit in der Lausitz lebendig halten. Das geht nicht ohne Geld - und davon bekommt die Stiftung jetzt etwas mehr. Auch beim Siedlungsgebiet können sich die Sorben über Zuwachs freuen.

Die Stiftung für das sorbische Volk bekommt mehr Geld. Von 2016 bis 2020 stehen der Dachorganisation jährlich insgesamt rund 18,6 Millionen Euro zur Verfügung, zwei Millionen Euro mehr pro Jahr als bisher.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke (SPD) und Stanislaw Tillich (CDU), unterzeichneten am Montag in Berlin ein entsprechendes Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung. Die Stiftung stärke die "Autonomie des sorbischen Volkes und das Gefühl der Zusammengehörigkeit von Ober- und Niedersorben in Sachsen und Brandenburg", erklärte Woidke. Das Geld sei daher gut angelegt.

Sorbisch-wendisches Siedlungsgebiet wird erweitert

Die Hälfte des Betrags, nämlich 9,3 Millionen Euro, trägt der Bund. Auf Sachsen entfallen 6,2 Millionen Euro, Brandenburg zahlt 3,1 Millionen Euro. Schätzungen zufolge leben in der brandenburgischen Niederlausitz rund 20.000 und in der sächsischen Oberlausitz etwa 40.000 Angehörige der slawischen Minderheit.

In Brandenburg gehören derzeit unter anderem der Spreewald mit Lübbenau sowie die Städte Cottbus, Jänschwalde, Spremberg und Vetschau zum offiziellen sorbisch-wendischen Siedlungsgebiet. Das Gebiet könnte demnächst größer werden. Das Land wird jetzt Anträge zur Aufnahme der Städte Lübben (Dahme-Spreewald) und Calau (Oberspreewald-Lausitz) prüfen, wie Kulturstaatssekretär Martin Gorholt am Dienstag in Potsdam mitteilte. Zuvor hatte der Rat für sorbische und wendische Angelegenheiten, der im Landtag eine beratende Funktion hat, die Anträge mit unterschrieben. Das Land hat das letzte Wort. Noch bis Ende Mai können sich Gemeinden, Gemeindeteile oder Städte um die Aufnahme bewerben.

Im Siedlungsgebiet gilt unter anderem Zweisprachigkeit in Behörden, auch Straßenschilder gibt es in zwei Sprachen. Ziel ist es, die Kultur der Sorben und Wenden zu fördern. Das Volk mit slawischen Wurzeln siedelt heute ausschließlich in der Lausitz.

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