Der Berliner SPD-Chef Jan Stöß (Quelle: dpa)

SPD-Landeschef in Interview mit dem rbb - Stöß: "Die AfD passt nicht zu Berlin"

Die Umfragewerte sind alarmierend: Knapp sieben Monate vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin kommt die AfD in der Hauptstadt auf zehn Prozent. Berlins SPD-Vorsitzender Jan Stöß reagiert gelassen auf die Zuwachsraten.  

Berlins SPD-Vorsitzender Jan Stöß hat sich gelassen über den starken AfD-Zuwachs in den Umfragen geäußert. Nach dem jüngsten Berlin-Trend von rbb-Abendschau und "Berliner Morgenpost" käme die AfD im Moment auf zehn Prozent.

Stöß verwies am Freitag im rbb Inforadio darauf, dass die Befragten zugleich die Entwicklung Berlins zur internationalen Metropole begrüßen. Die meisten Bürger seien stolz darauf, in einer weltoffenen Stadt zu leben. "Berlin ist eben nicht Dresden, Berlin ist nicht Sachsen und das soll auch so bleiben". Eine Partei wie die AfD, die darüber phantasiere, dass man Menschen an der Grenze erschießen müsse, passe nicht zu Berlin, so Stöß weiter. Die Berliner SPD wolle dafür kämpfen, dass diese Partei nicht ins Berliner Abgeordnetenhaus kommt.

Lageso zur Chefsachen machen, war nötig

Der SPD-Landeschef reagierte auch auf Äußerungen des Berliner CDU-Generalsekretärs Kai Wegner, der zuvor im rbb-Inforadio die mangelnde Zusammenarbeit in der Großen Koalition kritisiert hatte. Es sei sehr gut, dass der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) etwa die Krise am Lageso zur Chefsache erklärt habe, sagte Stöß. Er sei froh, dass Müller und die gesamte SPD-Senatsmannschaft da eingegriffen hätten. Wie Stöß sagte, lief eine ganze Menge schief, Dinge wurden schleifen gelassen und haben nicht gut funktioniert. "Ich glaube, das war auch nötig."

CDU-General mahnt bessere Zusammenarbeit an

Der CDU-Generalsekretär sagte mit Blick auf die deutlich gesunkene Zustimmung für die große Koalition in Berlin, dass der rot-schwarze Senat stärker zusammenarbeiten müsse. An Zustimmung hätten nicht nur die CDU und ihr designierter Spitzenkandidat, Innensenator Frank Henkel, verloren, sondern auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), führte er fort. "Es bringt nichts, wenn man immer große laute Reden hält, alles zur Chefsache erklärt, und am nächsten Tag den Schuldigen sucht", kritisierte Wegner. Wenn der Senat stärker im Team arbeite, würden die Zahlen auch besser.

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