Archivbild: Blick am 25.08.2015 auf eine brennende Sporthalle in Nauen (Brandenburg). Die Sportstätte war als Notunterkunft für etwa 100 Flüchtlinge geplant. (Quelle: dpa)

Anschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft - Dritter Mann nach Brandstiftung in Nauen verhaftet

Kurz vor dem Einzug von 100 Flüchtlingen ging im August 2015 in Nauen eine Unterkunft in Flammen auf. Der Brand war gelegt - im Verdacht stehen Rechtsextreme. Nach dem NPD-Lokalpolitiker Maik Schneider und einem weiteren Verdächtigen kam am Mittwoch ein 26-Jähriger in U-Haft.

Wegen des Brandanschlags im vergangenem Jahr auf eine als Flüchtlingsunterkunft vorgesehene Sporthalle in Nauen ist ein dritter Tatverdächtiger verhaftet worden. Der 26-Jährige sei am Montag festgenommen worden und inzwischen in Untersuchungshaft, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Potsdam mit.

Bei der Vernehmung zeigte sich der Mann laut Polizei geständig und räumte ein, an der Brandstiftung beteiligt gewesen zu sein. Der Beschuldigte wurde bereits in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.

In der Sporthalle eines Oberstufenzentrums von Nauen sollten im vergangenen Jahr 100 Asylbewerber vorübergehend unterkommen. Kurz bevor die ersten von ihnen einziehen konnten, ging die geplante Notunterkunft in Flammen auf. Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt.

Es stellte sich aber schnell heraus, dass es sich um einen Anschlag handelte. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts der Brandstiftung und der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Tatverdacht: Bildung einer kriminellen Vereinigung

Der Haupt-Tatverdächtige in dem Ermittlungsverfahren ist der NPD-Lokalpolitiker Maik Schneider, den die Polizei zusammen mit einem mutmaßlichen Komplizen vor rund drei Wochen festnahm. Schneider gilt laut Polizeiangaben von Anfang März als Kopf einer rechtsextremen Gruppierung mit etwa einem halben Dutzend Mitgliedern. Die Gruppe soll nicht nur für die niedergebrannte Turnhalle, sondern auch für eine Reihe anderer Straftaten verantwortlich sein, darunter Anschläge auf ein Büro der Partei Die Linke. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sprach von einer "rechten Stadtguerilla".

Ob die Gruppe um Schneider auch für die fremdenfeindlichen Flugblätter mit einer Anleitung zum Bombenbau verantwortlich sind, die in Nauen verteilt wurden, müssen nun die weiteren Ermittlungen zeigen.

Geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen geht in Flammen auf

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