Linke Aktivisten haben Asche und verkohlte Holzstücke vor dem Parteibüro der Bundes-AfD in Berlin abgeladen (Quelle: AfD Bundesgeschäftsstelle)

Protestaktion in Berlin - AfD-Gegner laden Müll vor Parteibüro ab

Mutmaßlich linke Aktivisten haben am Freitag Asche und verkohlte Holzstücke vor dem Parteibüro der Bundes-AfD in Berlin abgeladen. Der Schutt soll von der abgebrannten Turnhalle in Nauen stammen. Der Berliner Landesverband muss unterdessen seinen Parteitag verlegen – wegen Drohungen gegen den Veranstalter.

Vor dem Büro der Bundesgeschäftsstelle in der Berliner Schillstraße haben Unbekannte am Freitag verkohlten Müll abgeladen. Fotos, die Mitglieder der Bundesgeschäftsstelle herausgaben, zeigen Asche und verkohlte Holzstücke vor dem Gebäude und vor der Bürotür der Partei. Die Tür selbst blieb unbeschädigt.

Linke Aktivisten haben Asche und verkohlte Holzstücke vor dem Parteibüro der Bundes-AfD in Berlin abgeladen (Quelle: AfD Bundesgeschäftsstelle)
Die Holzstücke wurden am Freitag vor dem Bundesparteibüro abgelegt

Überreste sollen aus Nauen stammen

"Wir sind alle fast von unseren Stühlen gekippt, als vorhin gegen die Tür getreten wurde", sagte Bundesparteisprecher Christian Lüth am Freitag. Er habe vor dem Gebäude mehrere maskierte Menschen gesehen, die weiße Overalls getragen hätten, wie sie beispielsweise in Atomkraftwerken verwendet werden. Neben dem Müll lag ein Zettel, auf dem stand: "August 2015: Brandanschlag in Nauen - Wir bringen die Überreste der AfD zurück."

In Nauen war im vergangenen August eine Turnhalle niedergebrannt. In der Halle hätten 100 Asylbewerber vorübergehend untergebracht werden sollen.

Der Berliner Parteisprecher Ronald Gläser nannte die Aktion vom Freitag "schwachsinnig und verstörend". Niemand in der AfD dulde oder befürworte Gewalt, sagt er.

Berliner Parteitag und Wahlparty werden verlegt

Der Berliner Landesverband sieht sich ebenfalls mit Protesten konfrontiert. Die Partei plante, ihren Programmparteitag am 13. März in einem Hostel am Berliner Hauptbahnhof abzuhalten. Auch die Wahlparty anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hätte am Abend dort stattfinden sollen.

Der Hostelbetreiber habe jedoch von massiven Drohungen gegen seine Person und Schmierereien an seiner Hauswand berichtet, sagte AfD-Sprecher Gläser rbb online. Deshalb hätte der Mann seine Einladung an die Partei zurückgezogen. "Er wollte sogar für den Parteitag im April, der deutlich größer wird als jener im März, eigens sein Hostel umbauen," fügt Gläser hinzu. Deshalb sei die Absage besonders bedauerlich.

Parteitag soll stattfinden

Nun sucht der Landesverband ein Ausweichquartier. Entsprechende Begehungen seien bereits im Gange. "Der Parteitag findet statt," versichert Gläser. Eine neue Adresse will er kommende Woche bekannt geben. Die AfD hatte in Berlin auch schon vor dem Parteitag im Januar Schwierigkeiten, passende Räumlichkeiten für ihre Parteiveranstaltungen zu finden. Gläser sieht die AfD deshalb als die "wahren Schutzsuchenden" dieser Zeit.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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