Björn Böhning (SPD), Chef der Senatskanzlei, spricht bei der Eröffnung der Games Week am 21.04.2015 im Kino International in Berlin.

Affäre um Flüchtlings-Management durch Beraterfirma McKinsey - Böhning steht vor dem Hauptausschuss Rede und Antwort

Die Zusammenarbeit der Beraterfirma McKinsey und dem Berliner Senat ist heftig in die Kritik geraten, vor allem weil ein ehemaliger SPD-Staatssekretär in dem Zusammenhang zu einem lukrativen Beraterjob gekommen sein soll. Am Mittwoch wird sich dazu der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning, vor dem Hauptausschuss im Abgeordnetenhaus äußern.

Berlins Senatskanzleichef Björn Böhning soll sich am kommenden Mittwoch im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses zum umstrittenen Vertrag für den früheren Staatssekretär Lutz Diwell (beide SPD) bei der Beraterfirma McKinsey äußern. Böhning werde in einer Sondersitzung dem Ausschuss Rede und Antwort stehen, sagte der Sprecher der Grünen-Fraktion am Sonntag und bestätigte entsprechende Medienberichte.

Die Opposition im Abgeordnetenhaus kritisiert die Zusammenarbeit des Senats mit der Unternehmensberatung McKinsey. Die Senatskanzlei soll dem Ex-Justiz-Staatssekretär Lutz Diwell (SPD) über McKinsey einen lukrativen externen Beratervertrag zugeschanzt haben, so der Vorwurf. Dem Senatskanzleichef Böhning wirft die Opposition vor, das Parlament über die Vergabe eines Beratervertrags an die Unternehmensberatung im Zusammenhang mit dem "Masterplan Integration" belogen zu haben.

McKinsey zieht sich nach Streit um Diwell von Lageso zurück

Am vergangenen Freitag hatte McKinsey seine Tätigkeiten für das Land Berlin am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) mit sofortiger Wirkung eingestellt. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse sehen wir uns leider dazu veranlasst, den Beratungsvertrag mit sofortiger Wirkung zu kündigen", hieß es in einem Schreiben von McKinsey an die Senatskanzlei. Eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte am Samstag, dass damit der Streit um Diwell gemeint war.

McKinsey hatte im September vergangenen Jahres damit begonnen, die Neuorganisation des Lageso mit zu begleiten. Das Unternehmen habe zu einer Verbesserung der Abläufe und damit zu einer deutlichen Entlastung der Situation am Lageso beigetragen, teilte die Senatssozialverwaltung am Samstag mit. "Daher bedauert die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales den Schritt des Beratungsunternehmens, das Vertragsverhältnis auf Pro-bono-Basis zu beenden", hieß es.

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