Helmut Wenzel, Bürgermeister von Lübbenau/Spreewald (Quelle: Spreewelten GmbH)
Video: Brandenburg aktuell | 20.03.2016 | Phillip Manske & Gespräch mit Andreas Rausch

In Kloster Lehnin wird Polizeibeamter neuer Bürgermeister - Lübbenauer Bürgermeister verteidigt sein Amt

Der Bürgermeister von Lübbenau, Helmut Wenzel, hat am Sonntag sein Amt gegen Herausforderer Marian von Stürmer von der AfD verteidigt. Bei der zweiten Brandenburger Bürgermeisterwahl wurde in Kloster Lehnin der SPD/FBB-Kandidat Uwe Brückner zum Nachfolger des scheidenden Bürgermeisters Bernd Kreykenbohm gewählt.

In der Spreewaldstadt Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) hat der von der CDU ins Rennen geschickte Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) sein Amt verteidigt. Wenzel erhielt am Sonntag dem vorläufigen Endergebnis zufolge 65,6 Prozent der Stimmen, wie der Wahlleiter mitteilte, und bleibt damit für weitere acht Jahre Rathauschef in Lübbenau. Sein Gegenkandidat von der AfD, Marian von Stürmer, kam aus dem Stand auf 34,4 Prozent.

Wenzel hatte die Unterstützung aller Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung: SPD, CDU, Linken, Grünen, AWG und EB Teichert. Die AfD ist derzeit nicht in der Stadtverordnetenversammlung vertreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,4 Prozent - deutlich mehr als bei der letzten Wahl 2008. Damals hatten gerade einmal 29,12 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die deutliche Steigerung führte Wenzel darauf zurück, dass er 2008 keinen Gegenkandidaten hatte, wie er rbb online erklärte.

Dass gut ein Drittel der Wähler für den AfD-Kandidaten stimmten, wollte Wenzel nicht überbewerten, es habe sich um eine Personnenwahl gehandelt. Die großpolitische Wetterlage mit dem zuletzt starken Abschneiden der AfD in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt habe aber ein gutes Ergebnis für den AfD-Kandidaten erwarten lassen. Nun müsse man erst einmal die weitere Entwicklung abwarten.

Wenzel gegen von Stürmer

Helmut Wenzel stammt aus dem nahe gelegenen Luckau. Der 54-Jährige ist gelernter Elektromonteur und studierter Starkstromelektriker. Seit 2000 ist er Bürgermeister von Lübbenau.

Sein Gegenkandidat Marian von Stürmer ist Politik-Neuling. Der 39-Jährige kam in Altdöbern zur Welt und führt seit 2001 in Lübbenau seinen eigenen Dachdeckerbetrieb. Seit Oktober 2013 ist er Mitglied der AfD. Von Stürmer nimmt regelmäßig an den Kundgebungen des Spreewälder Bündnisses "Zukunft Heimat" gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung teil.

Von Stürmer setzt auf mehr Bürgernähe

"Weil wir es können - gemeinsam weiter", lautet der selbstbewusste Slogan, mit dem Wenzel um seine Wiederwahl als Bürgermeister der 16.000-Einwohnerstadt kämpfte. Lübbenau hat eine gesunde Wirtschaft und ist bei Touristen beliebt. Darauf wolle er auch in Zukunft aufbauen. "Die Leute würdigen sehr, was hier in den letzten Jahren entstanden ist", sagte er im Gespräch mit dem rbb. "Wir haben Zuzug zu verzeichnen und eine gute touristische Entwicklung: Wir haben 12,5 Prozeht mehr Übernachtungen von 2014 auf 2015. Lübbenau ist eine gute, nachgefragte Stadt mit einer hohen Lebensqualität."

Von Stürmer hatte vor der Wahl erklärt, er wolle mehr Bürgernähe in Lübbenau erreichen. "Die Leute haben das Gefühl, dass ihr Wort überhaupt nicht ankommt", sagt er im Gespräch mit dem rbb. Von Stürmer kritisiert zudem einen angeblichen "Willkommens-Hype" für Flüchtlinge. "Ich würde mich dafür einsetzen, dass wirkliche Kriegsflüchtlinge, die aus Not zu uns kommen, hier eine Ausbildung bekommen und geschult werden - und mit diesem Wissen auch in ihre Länder zurückgehen und Aufbauhilfe leisten können."

Kloster Lehnin wählt Uwe Brückner zum neuen Bürgermeister

Auch in Kloster Lehnin (Potsdam-Mittelmark) sind am Sonntag Bürgermeisterwahlen abgehalten worden. Die Gemeinde wählte dabei Uwe Brückner zum Nachfolger des scheidenden Amtsinhabers Bernd Kreykenbohm. Dieser hatte im vergangenen Herbst angekündigt, dass er nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidiert.

Für Brückner, der von der SPD sowie den Freien Bürgern und Bauern (FBB) unterstützt wird, stimmten laut vorläufigem Endergebnis 72,1 Prozent der Wähler. Die notwendige Mindeststimmenzahl von 1.427 Stimmen übertraf der Polizeibeamte um mehr als das Doppelte.

Auf den AfD-Kandiaten Falk Deuter entfielen 14,6 Prozent der Stimmen. Der Linke-Kandidat Joachim Sroka kam auf einen Stimmenanteil von 13.3 Prozent. Die Wahlbeteiligung in Kloster Lehnin lag bei 51,1 Prozent. Das Wahlergebnis im Detail finden Sie auf der Internetseite der Gemeinde.

(mit Informationen von Iris Wußmann und Philipp Manske)

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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