Archiv: Ein homosexuelles Paar tauscht während der Eheschließung im Standesamt Ringe (Quelle: dpa)

Synode stimmt über Gesetzentwurf ab - Evangelische Kirche plant Trauungen für Homosexuelle

Eine kirchliche Trauung ist für homosexuelle Paare in Berlin und Brandenburg bislang nicht möglich - nur eine Segnung. Doch das könnte sich schnell ändern: Anfang April soll die Synode der Evangelischen Landeskirche über einen Gesetzesvorschlag abstimmen, wonach homosexuelle Paare künftig ebenso getraut werden wie heterosexuelle.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will homosexuelle Lebenspartner bei kirchlichen Trauungen mit Ehepaaren gleichstellen. Über einen entsprechenden Gesetzes-Vorschlag der Kirchenleitung will die Synode abstimmen, die am 8. und 9. April in Berlin zu ihrer Frühjahrstagung zusammenkommt. Die Landeskirche wäre damit bundesweit die dritte EKD-Mitgliedskirche, die diesen Schritt gehen will. Bisher sind Traugottesdienste für gleichgeschlechtliche Lebenspartner nur in den Landeskirchen in Hessen und Nassau und im Rheinland möglich.

Die Bibel beschreibe neben der Verbindung von Mann und Frau auch andere Beziehungen zweier Menschen, die auf Fürsorge, Verantwortlichkeit, Verlässlichkeit und Vertrauen auf eine dauerhafte Verbindung gegründet seien, heißt es in der Vorlage der Kirchenleitung. Bereits vor knapp einem Jahr hatte die Synode eine entsprechend Absichtserklärung verabschiedet. Die Kirchenleitung wurde beauftragt, die kirchlichen Rechtsvorschriften entsprechend anzupassen. Das Kirchengesetz soll am 1. Juli 2016 in Kraft treten.

Gesetzentwurf stößt auf Widerstand

In Berlin, Brandenburg und Ostsachsen sind seit 2002 nur Segnungsgottesdienste für Homosexuelle in eingetragenen Lebenspartnerschaften zugelassen. Seitdem erhielten in der Landeskirche mehr als 200 gleichgeschlechtliche Paare den kirchlichen Segen.

Pfarrer und Gemeinden können dem Gesetzentwurf zufolge zwar auch weiterhin Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare ablehnen, müssen dies jedoch begründen. Mehrere Gemeinden, die die Gleichstellung homo- und heterosexueller Paare bei Trauungen ablehnen, haben beantragt, das Kirchengesetz von der Tagesordnung zu nehmen und nicht zu beschließen. Die 114 Kirchenparlamentarier vertreten rund eine Million Protestanten in 27 Kirchenkreisen mit rund 1.300 Gemeinden in Berlin, Brandenburg und der Region Görlitz.

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