Ein verletzter Polizist wird in Berlin im Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf von zwei Polizisten in Sicherheit gebracht (Quelle: Matthias Balk/dpa)

Fast jeder Sechste wird angegriffen - GdP beklagt zunehmende Gewalt gegen Polizisten

Berlin bleibt ein gefährliches Pflaster für Polizisten: 2.658 Beamte wurden im vergangenen Jahr im Dienst verletzt. Besonders häufig geschah das in Friedrichshain-Keuzberg. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt Alarm und fordert erneut einen eigenen Straftatbestand für derartige Angriffe.

In Berlin werden immer mehr Polizisten im Dienst verletzt. Im vergangenen Jahr waren es 2.658 Beamte, außerdem 227 Tarifbeschäftigte und 434 Feuerwehrbeamte. Das geht aus der Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion hervor.

Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei steigt die Gewalt gegen Polizisten in der Hauptstadt seit Jahren - statistisch gesehen wird demnach fast jeder sechste Polizist attackiert und verletzt. Pro Tag werden mehr als sieben Angriffe registriert.

Forderung nach neuem Straftatbestand untermauert

"Das muss ein Ende haben", forderte die GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp am Mittwoch in Berlin. Sie erneuerte die Forderung der Gewerkschaft nach einem neuen Paragrafen 115 im Strafgesetzbuch, der solche Angriffe zu einem Straftatbestand deklariert. Bisher würden viele kleinere Angriffe und Verletzungen als Bagatelldelikte gewertet.

Nach Angaben der GdP häufen sich die Attacken besonders im Bereich der Direktion 5 in Friedrichshain-Kreuzberg. Dort sei auch bei einer Demonstration Anfang Februar chemisch bearbeitetes Konfetti auf Polizisten geworfen worden, das sich durch die Schutzkleidung geätzt habe. Philipp forderte deshalb auch bessere Ausrüstung für Beamte.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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