Neonazis tragen ein Transparent der Organisation Hamburger Nationalkollektiv Weisse Woelfe Terrorcrew auf dem eine vermummte Gestalt mit einem Gewehr ueber den Schultern und der Spruch: "Die Schonzeit ist vorbei, nationalen Sozialismus durchsetzen, mit allen Mitteln ..." (Quelle: imago/Christian Ditsch)
Video: Brandenburg aktuell | 16.03.2016 | Beate Tyron

Razzien in zehn Bundesländern - Innenminister verbietet Neonazi-Gruppierung

Sie nennen sich "Weisse Wölfe Terrorcrew" und sind bundesweit aktiv - auch in Berlin und Brandenburg. Am Mittwoch hat der Bundesinnenminister die rechtsextremistische Gruppe verboten. In zehn Bundesländern gab es Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsaktionen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat am Mittwoch den rechtsextremistischen Verein "Weisse Wölfe Terrorcrew" verboten. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine Fangruppe der Skinheadband "Weisse Wölfe" aus dem Sauerland. 

Die neonazistische Gruppierung ist laut Verfassungsschutz bundesweit aktiv, auch in Berlin und Brandenburg. Dort fanden Durchsuchungsmaßnahmen in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) statt, wie ein Sprecher des Brandenburger Innenministeriums dem rbb bestätigte. Betroffen seien drei Personen. Dabei gehe es um klare Straftaten, z. B. die Beteiligung an einem Angriff auf das Jugendwohnprojekt "Mittendrin in Neuruppin".

In der Hauptstadt richteten sich die Razzien gegen die beiden führenden Aktivisten der Berliner Sektion, wie Innensenator Frank Henkel (CDU) mitteilte. Der Ableger dieser Gruppe in Berlin habe zu den bundesweit führenden Zellen gehört und als besonders gewaltbereit gegolten. Die betroffenen Personen seien dem rechtsextremistischen Netzwerk Freie Kräfte zuzurechnen und bundesweit vernetzt zu anderen Rechtsextremisten.

Gewalt gegen politische Gegner

Der "harte Kern" des Vereins umfasse rund 25 Personen, der Rädelsführer stamme aus Hamburg, sagte de Maizière vor der Presse. Die "Weisse Wölfe Terrorcrew" habe sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus bekannt und Gewalt auf die Straße getragen. Diese richte sich gegen politische Gegner, Zuwanderer und Flüchtlinge sowie gegen die Polizei.

Die Razzia der Sicherheitsbehörden gegen führende Mitglieder der Gruppierung fand insgesamt in zehn Bundesländern statt.Sie richtete sich gegen 15 Objekte und 16 Verdächtige. Dabei wurden den Angaben zufolge Waffen, Propagandamaterial, Vereinskleidung und Datenträger sichergestellt.

Im Visier des Generalbundesanwalts

Der Generalbundesanwalt leitete schon Ende 2012 ein Verfahren gegen die WWT wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ein. Den Beschuldigten wurde vorgeworfen, ein sogenanntes Werwolf-Kommando gegründet zu haben und das politische System der Bundesrepublik stürzen zu wollen.

Die Rechtsrock-Band "Weisse Wölfe" wurde 1996 gegründet. Für Textzeilen wie "Wenn wir uns finden beim Marsch durch das Land, dann brennt in jeder Stadt ein Asylantenheim ab" mussten sich ihre Mitglieder bereits wegen Volksverhetzung und Gewaltverherrlichung vor Gericht verantworten.  

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