Berliner Energieversorgung - BerlinEnergie will Eon beim Stromnetz mit ins Boot holen

Jetzt wird es noch einmal spannend im Übernahme-Poker um das Berliner Stromnetz. Bisher war es ein Dreikampf zwischen Vattenfall, der Genossenschaft BürgerEnergie und dem Landesunternehmen BerlinEnergie. Doch am Dienstag stellte der Landesbetrieb einen neuen Partner vor, mit dem er das Netz betreiben will. Von Jan Menzel

Der Mann mit dem grauen Bart und dem Stoppelhaarschnitt macht Druck: "Wir wollen hier zack, zack die Übernahme durchführen", sagt Wolfgang Neldner, Chef des Landesunternehmens BerlinEnergie. Für ihn gibt es nur ein Ziel: 100 Prozent des Stromnetzes sollen zurück in Landeshand. Perspektivisch auch noch Gas- und Fernwärmenetze. Alles aus einer Hand, mit klaren Vorteilen für die Bürger, verspricht Neldner: "Es soll darum gehen, dass es günstiger wird, schneller geht, einfacher wird und nachhaltiger."

Michael Schäfer, energiepolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, aufgenommen am 14.02.14 (Quelle: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Berliner Abgeordnetenhaus).
Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Schäfer, bezeichnet die "Industrielle Partnerschaft des Senats mit den großen Atom- und Kohlekonzernen" als Quatsch.

Verstärkung für seine Bewerbung hat er sich bei der Eon-Tochter Edis geholt. Als Partner bringe Edis das Know-How der Energiewende mit. "Wir haben tausende Megawatt an Grünstrom-Erzeugungskapazitäten in unser Netz integriert. Darüber hinaus organisieren wir seit vielen Jahren zuverlässig den Netzbetrieb in der Region", sagt der Vorstandsvorsitzende Bernd Dubberstein.

Absprachen mit Vattenfall hinter verschlossenen Türen?

Der energiepolitische Sprecher der Berliner Grünen-Fraktion, Michael Schäfer, könnte sich eigenen Angaben zufolge durchaus für ein Stromnetz in Landeshand begeistern - hält Eon und Edis aber für die falschen Partner:  

"Wir Grünen halten so eine industrielle Partnerschaft des Senats mit den großen Atom- und Kohlekonzernen für Quatsch. Das bringt die Energiewende in Berlin nicht weiter", sagte er am Dienstag dem rbb.

Der energiepolitische Sprecher der Berliner Grünen-Fraktion, Michael Schäfer, könnte sich eigenen Angaben zufolge durchaus für ein Stromnetz in Landeshand begeistern - hält Eon und Edis aber für die falschen Partner: "Wir Grünen halten so eine industrielle Partnerschaft des Senats mit den großen Atom- und Kohlekonzernen für Quatsch. Das bringt die Energiewende in Berlin nicht weiter", sagte er am Dienstag dem rbb.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Textes hatten wir versehentlich ein Foto des Chefs der Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin, Thomas Schäfer, gezeigt - und ihn für den Grünen-Politiker Michael Schäfer gehalten. Wir haben das Foto ausgetauscht und entschuldigen uns für diesen Fehler.

Beitrag von Jan Menzel

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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