Zahlreiche Menschen nehmen am 01.05.2015 am Myfest in Berlin-Kreuzberg statt (Quelle: imago/Müller-Stauffenberg)
Video: rbb aktuell | 02.03.2016 | Andreas Jöhrens u. Interview mit Myfest-Organisator Senol Kayaci

Haftungsfragen noch offen - Myfest in Berlin-Kreuzberg scheint gerettet

Das Myfest in Kreuzberg wird wohl auch in diesem Jahr stattfinden. Darauf haben sich zumindest die Organisatoren am Dienstag verständigt. Bisher stand das Fest auf der Kippe, weil sich das zuständige Bezirksamt, der Senat und die Veranstalter nicht einigen konnten, wer die Verantwortung als Anmelder übernimmt. Doch nun zeichnet sich eine Einigung ab.

Das Myfest am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg ist möglicherweise gerettet. Nach rbb-Informationen wurde am Dienstagabend eine Einigung unter den Organisatoren erzielt, dass das Fest stattfinden soll. Demnach behält die Veranstaltung ihren politischen Charakter und wird nicht als Volksfest angemeldet - was bis zuletzt umstritten war. Das politische Anliegen soll deshalb in diesem Jahr stärker zur Geltung kommen, sagte Senol Kayaci, einer der Organisatoren, dem rbb: Mehr Kundgebungs-Reden, mehr politische Bands. Man wolle den Kiez nicht den Chaoten überlassen und Gewaltakten aussetzen, so Kayaci.

Die Frage der Haftung ist jedoch noch nicht abschließend beantwortet. Es müssten noch Details geklärt werden, so der Myfest-Organisator. "Es wird wahrscheinlich so ausgehen, dass wir uns die Haftung mit dem Bezirk und der Polizei teilen werden." Hier müssten aber noch Gespräche geführt werden, so der Myfest-Organisator. Die Menschen werden so oder so kommen, war sich Senol Kayaci in rbb-aktuell am Dienstagabend sicher.

Polizei wollte Myfest nicht mehr als "politische Veranstaltung" akzeptieren

Das Myfest war 2003 ins Leben gerufen worden, um die traditionellen Gewaltausbrüche am 1. Mai einzuschränken. Nach der letzten Ausgabe gab es große Kritik an der Veranstaltung. Der Besucherandrang war enorm, rund 25.000 Besucher feierten rund um die Oranienstraße. Flucht- und Rettungswege waren nicht mehr erkennbar. Der Bezirk wollte das Fest danach nicht mehr genehmigen und für etwaige Schäden haften.

In diesem Jahr hat die Polizei erstmals das Fest nicht als "politische Veranstaltung" akzeptiert, was die Frage, wer für das Fest Verantwortung übernehmen soll, rechtlich komplizierter macht.

Zunächst hieß es, dass der Veranstaltungsprofi Willy Kausch das Myfest organisieren soll, was unter den Bezirkspolitikern für Erleichterung sorgte. Doch nach Gesprächen zwischen dem Unternehmer, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, dem Ordnungsamt und dem Myfest-Team kam in der vergangenen Woche die Wende: "Er ist nicht der richtige Mann für uns", sagte Myfest-Mitorganisator Udo Flütter dem rbb. Willy Kausch und das Myfest-Team passten als Partner nicht zusammen, hieß es.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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