Berliner Polizisten stehen am 10.07.2015 vor einer künftigen Flüchtlingsunterkunft in Marzahn-Hellersdorf. (Quelle: imago/Christian Ditsch)

Bezirk stellt Bericht zu Rechtsextremismus vor - Rechte Straftaten in Marzahn-Hellersdorf verdreifacht

Die Zahl rechter Straftaten in Berlin hat zugenommen - auch im Bezirk Marzahn-Hellersdorf wurden deutlich mehr Fälle erfasst. Sie häuften sich rund um die Eröffnung neuer Flüchtlingsheime, sagte Bezirksbürgermeister Komoß dem rbb. Ein Bericht zu der Entwicklung wird am Freitagvormittag vorgestellt.

Die Zahl der rechten Straftaten im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht. Die erfassten Fälle stiegen von rund 100 auf etwa 300 an; zu diesem Ergebnis kommt der Bericht "Rechts-Extremismus und Demokratie-Entwicklung", wie der Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) dem rbb sagte.

Die Vorfälle seien ganz unterschiedlicher Art, so Komoß weiter. Sie kulminierten aber rund um die Eröffnung neuer Flüchtlingsheime. Das merke man sehr deutlich in dem Stadtteil Marzahn-Mitte, in dem der Anstieg zu verzeichnen sei. Dort gebe es durchaus Vorfälle, die über Sachbeschädigung hinausgingen. Als Beispiel nannte Komoß, dass Menschen auf dem Weg von ihrer Flüchtlingsunterkunft zu einer U- oder S-Bahn-Station bedrängt würden.

Der Bericht "Rechtsextremismus und Demokratie-Entwicklung" wird offiziell am Freitagvormittag  im Rathaus Marzahn vorgestellt.

Anstieg auch berlinweit

Berlinweit ist im vergangenen Jahr eine deutliche Zunahme rechter Straftaten registriert worden. So stieg die Zahl der rechtsmotivierten Gewaltdelikte um 32 Prozent von 108 auf 143 Fälle. Insbesondere der Zuzug von Flüchtlingen führte zu einem Anstieg rechter Straftaten, hatte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) bei der Vorstellung der Zahlen betont.

So habe sich der Bereich "Ausländer-/Asylthematik" mit 412 Fällen nahezu verdoppelt. In 40 Fällen habe es sich um Gewalttaten gehandelt.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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