An der Seite eines Plattenbaus steht in bunten Farben "Schöner Wohnen". (Quelle: dpa)

DDR-Bauten in Brandenburg werden saniert - Mehr als 30 Städte stoppen den Abriss der Platte

Mit Millionen Euro wurde seit 2002 der Abriss leerstehender Plattenbauten in Brandenburg gefördert. Doch angesichts der Wohnungsnot und des Zuzugs von Flüchtlingen schwenken viele Städte jetzt um: Anstreichen statt abreißen, heißt nun die Devise.

Mindestens 32 Städte in Brandenburg wollen Gelder, die ursprünglich für den Abriss leerstehender Wohnungen vorgesehen waren, nun zum Sanieren von Wohnraum einsetzen. "Damit können insgesamt 1.669 Wohnungen hergerichtet werden", teilte das Potsdamer Ministerium für Infrastruktur am Montag mit. Die umgewidmeten Fördermittel summierten sich auf 6,6 Millionen Euro.

50 Städte im Umbau-Programm

Das Geld stammt eigentlich aus dem Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost". Dieses war 2002 aufgelegt worden, um den Abriss leerstehender Wohnungen zu finanzieren. In Brandenburg gibt es insgesamt 50 sogenannte Stadtumbau-Städte, die alle im berlinfernen Raum liegen. Seit Ende 2015 können diese Kommunen nun Mittel aus dem Programm in Anspruch nehmen, um Wohnungen zu sanieren.

Die Herrichtung der alten DDR-Wohnungen sei ein wichtiger Beitrag zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt, betonte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) am Montag. "Die Entscheidung das Abrissprogramm zu stoppen war richtig." Es bestehe damit die auch Möglichkeit, angemessenen Wohnraum für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen, hieß es vom Ministerium.

Vetschau baute für 1,9 Millionen zurück

Schneider besichtigte am Montag in Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) Wohnungen, die mit Mitteln aus dem Stadtumbauprogramm für Flüchtlinge vorbereitet worden sind. Vetschau wird den Angaben zufolge bereits seit 2002 in diesem Programm gefördert. Für den sogenannten Rückbau von rund 500 Wohnungen seien dort bisher 1,9 Millionen Euro bereitgestellt worden.

Insgesamt seien im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung für Modernisierungen, Instandsetzungen, Neubau und Wohneigentumsbildung bisher insgesamt neun Millionen Euro vom Land bewilligt worden. Für die Herrichtung von Flüchtlingswohnungen wurden in der Stadt rund 155.000 Euro bewilligt.

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