Radfahrer auf dem Tempelhofer Feld, im Hintergrund das ehemalige Flughafengebäude (Quelle: imago/Uwe Steinert)

Entwicklungsplan vorgestellt - Bürger wollen Weite des Tempelhofer Feldes erhalten

Sitzbänke, verbesserte Toiletten, Spielgeräte, mehr Gastronomie: Zwei Jahre nach dem Volksentscheid steht der Entwicklungsplan für das Tempelhofer Feld. Die gemeinsame Arbeit daran hat laut Projektkoordinator Heuser neues Vertrauen zwischen Verwaltung und Bürgern geschaffen.

Auch in den zwei Jahren nach dem Volksentscheid 100% Tempelhofer Feld haben sich viele hundert Menschen für die Entwicklung des Feldes eingesetzt. Rund 400 hätten sich aktiv bei der Arbeit am jetzt vorgestellten Entwicklungsplan für Berlins beliebteste Grünfläche eingebracht, so Projektkoordinator Tilmann Heuser am Mittwoch bei Radioeins.

Vor allem eines scheint den Menschen wichtig zu sein: Dass "Weite und offene Landschaft erhalten bleiben", so Heuser. An dem Entwicklungsplan will sich der Berliner Senat nun orientieren, er ist für die Landesregierung aber nicht bindend. Dennoch, Anregungen der Bürger, die in den Plan eingeflossen sind, sollen laut Umweltstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) schnell umgesetzt werden. Der Plan formuliere Leitlinien, an die man sich halten werde.

Neue Sitzbänke gibt es schon

Ganz konkret hätten die Bürger punktuelle Bedürfnisse formuliert, so Projektkoordinator Heuser. Dazu gehörten auch mehr Sport- und Spielmöglichkeiten. Im Plan seien Bereiche an den Rändern des Feldes für bestimmte Maßnahmen identifiziert worden, so Heuser. Am Tempelhofer Damm etwa werde Gastronomie ausgebaut, im Bereich Columbiadamm würden Fitnessgeräte aufgestellt. Zudem soll an der Neuköllner Seite ein Bürgerzentrum entstehen und drahtloses Internet eingerichtet werden. Der Eingangsbereich an dieser Feldseite soll umgestaltet, Flächen neu sortiert werden.

Auch wenn der Entwicklungsplan nun zunächst den Rahmen für die konkrete Planung am Feld liefere, würden einzelne dieser Maßnahmen bereits vorab umgesetzt: "Zum Beispiel wurden bereits Sitzbänke aufgestellt, Toiletten müssen verbessert werden, die Asphaltfläche Oderstraße muss optimiert werden", zählt Heuser auf.

Heuser: Arbeit am Plan hat Vertrauen geschaffen

Vor zwei jahren hatten rund 740 000 Berliner mit ihrer Stimme verhindert, dass am Rand der Freifläche Wohnhäuser gebaut werden. Mit seiner Entscheidung Ende letzten Jahres, die temporäre Bebauung auf dem Feld zuzulassen, hatte der Senat Unmut auf sich gezogen. Doch Heuser betonte, das Vertrauen sei im Prozess der gemeinsamen Arbeit an dem Entwicklungsplan wieder hergestellt worden: " Das Vertrauen zwischen Verwaltung und Bürgern ist gewachsen, zumindest bei denen, die unmittelbar beteiligt waren. Man merkt, man kann gemeinsam etwas voranbringen. Es gab keine weiteren Konflikte mehr."

Bislang, so Heuser weiter, koste die Pflege des Tempelhofer Feldes 3 Millionen Euro jährlich. Die vorgesehenen Maßnahmen im Entwicklungsplan seien deutlich günstiger – man sehe daran, dass die Bedürfnisse der Bürger doch sehr zurückhaltend seien.

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