Menschen fahren mit ihrem Fahrrad am 20.05.2015 auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor in Berlin entlang (Zoomeffekt). Mit dem Fahrradkorso gedachten die Teilnehmer verunglückter Fahrradfahrer und fuhren an Radverkehr-Unfallstellen vorbei (Quelle: dpa).

BerlinTREND Juni 2016 - Mehrheit der Berliner fordert besseren Radverkehr

Die Mehrheit der Berliner findet, dass die Stadt mehr in den Radverkehr investieren müsste. Das zeigt der neueste BerlinTREND von infratest dimap im Auftrag der rbb-Abendschau und der Berliner Morgenpost. Nicht nur Rad-Fans befürworten die Ziele des "Volksentscheid Fahrrad" - auch überraschend viele Auto- und Motorradfahrer.

Die Aktivisten vom "Volksentscheid Fahrrad" scheinen mit ihren Forderungen nach einem besseren Radverkehr in Berlin einen Nerv zu treffen - das zeigt der BerlinTREND von infratest dimap im Auftrag der rbb-Abendschau und der Berliner Morgenpost.

62 Prozent der Befragten sagen in der Umfrage, der Senat stecke "eher zu wenig" Geld in den Radverkehr. Dass rund 90 Prozent der Rad fahrenden Berliner dieser Meinung sind, überrascht nicht. Aber auch die Hälfte der Auto, Motorrad und Roller fahrenden Befragten sieht das so.

Fast die gleichen Zahlen ergeben sich bei der Frage nach der Initiative "Volksentscheid Fahrrad". 62 Prozent der Befragten sagen, die Forderungen gingen in die richtige Richtung - bei den motorisierten Berlinern ist es die Hälfte. Dabei ist die Zustimmung in Ost und West annähernd gleich groß. Die größte Unterstützung kommt auch hier von den Anhängern der Grünen (80 Prozent). Von allen Parteien lehnten AfD-Anhänger den "Volksentscheid Fahrrad" am häufigsten ab (45 Prozent).

BerlinTREND Juni 2016

Nur eine Minderheit nutzt im Verkehr vor allem das Fahrrad

Diese Antwort entspricht auch dem Nutzungsverhalten der Berliner Verkehrsteilnehmer: Genau die Hälfte der Befragten bewegt sich überwiegend mit Bus und Bahn durch die Stadt. Rund 30 Prozent sagten, sie seien meist mit Auto, Motorrad oder Motorroller unterwegs zu sein. Nur eine Minderheit von 15 Prozent fährt vor allem Rad.

Die "Volksentscheid Fahrrad"-Initiative hat bereits mehr als 100.000 Unterschriften für ihre Forderung nach breiteren und schnelleren Radwegen gesammelt und damit die erste Hürde für einen Volksentscheid genommen. Sind genug Unterschriften gültig, wird das Radgesetz rechtlich geprüft. Wird es nicht übernommen, wollen die Aktivisten im kommenden Frühjahr erneut Unterschriften sammeln - 180.000 bräuchten sie für einen Volksentscheid.

Die 10 Ziele im Gesetzentwurf:
 

  1. 350 Kilometer Fahrradstraßen mit Vorfahrt für Radler bis 2025.
  2. Zwei Meter breite Radwege an jeder Hauptstraße, getrennt von den Busspuren.
  3. 75 weitere Kreuzungen pro Jahr sicherer machen.
  4. Online-Meldestelle für Mängel an Radwegen.
  5. 200.000 neue Fahrrad-Abstellplätze, unter anderem an S- und U-Bahnhöfen.
  6. Grüne Welle für Radler auf mindestens 50 Straßenabschnitten.
  7. 100 Kilometer kreuzungsfreie Radschnellwege an Pendlerstrecken.
  8. Polizei-Fahrradstaffel zur Ahndung von Falschparken und Gehweg-Radeln, Sonderkommission gegen Fahrraddiebstahl.
  9. Fachabteilungen für Radverkehr in den Verwaltungen, mehr Personal.
  10. Gezielte Kampagnen, die Berliner für steigenden Radverkehr sensibilisieren.

Mit Informationen von Thorsten Gabriel, Inforadio

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