Bundespräsident Gauck beim Behandlungszentrums für Folteropfer (Quelle: dpa)

30 Prozent der Flüchtlinge leiden unter Traumta - Gauck besucht Behandlungszentrum für Folteropfer in Berlin

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Donnerstag das Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo) in Berlin-Moabit besucht. Der Bundespräsident sagte im Rahmen seines Besuchs, er sehe in der der Traumatherapie für Flüchtlinge ein nachahmenswertes Beispiel. Die Kombination von Therapie, Lebenshilfe, Ausbildungsmöglichkeit und Forschung sei ein exemplarisches Angebot, von dem andere Städte lernen könnten.  

"Traurig ist nur, dass neun von zehn Hilfesuchenden keinen Therapieplatz bekommen", so Gauck weiter. Mehr Kapazitäten seien wünschenswert. "Es ist aber Teil der Wirklichkeit, dass die Menge der psychischen Leiden die Therapieangebote immer übersteigen wird".

Nach Schätzungen des Berliner Behandlungszentrums für Folteropfer leiden rund 30 Prozent der ankommenden Flüchtlinge unter schweren Traumata. Ängste, Albträume und Depressionen hinderten sie oft daran, schnell in Deutschland Fuß zu fassen. Im vergangenen Jahr wurden hier rund 500 traumatisierte Menschen in Therapieprogramme aufgenommen.

Zumeist ging es um schwere psychische Leiden, die durch Kriegsgewalt, Verfolgung und Flucht ausgelöst wurden. Die meisten Patienten stammten aus Syrien, Afghanistan und Tschetschenien.

Im dem Zentrum, das 1992 gegründet wurde, können Flüchtlinge auch Deutsch lernen und eine Ausbildung für Pflegeberufe absolvieren.

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