Israelische Flagge vor Brandenburgr Tor in Berlin (Quelle: dpa/Robert Schlesinger)

Hetze auf Berliner Kulturfestival? - Senat prüft Anti-Israel-Vorwürfe gegen Ballhaus Naunynstraße

Von einem "Apartheid-Regime", einem "kolonialistischen Gebilde" und von "ethnischen Säuberungen" in Israel soll die Rede auf einem Kulturfestival im Berliner Ballhaus Naunynstraße gewesen sein. Die Kulturverwaltung will die Vorwürfe überprüfen.

Das Festival sollte dem kulturellen Austausch dienen und Begegnungen palästinensischer Künstler fördern - jetzt aber werden schwere Vorwürfe gegen die Veranstaltung "After The Last Sky" erhoben, das einen Monat lang im Berliner Ballhaus Naunynstraße stattfand.

Israel soll hier laut einem Bericht des Berliner "Tagesspiegels" in verschiedenen Veranstaltungen wiederholt als "Apartheid-Staat" und "kolonialistisches Gebilde" diffamiert worden sein. Die Palästinenser seien zudem bei der Gründung des Staates Israel durch "ethnische Säuberungen" ihres Landes beraubt worden, soll eine Dozentin demnach bei einer Veranstaltung gesagt haben. Zudem seien Gewalttaten und Attentate gegen Israelis gutgeheißen worden. Diese seien eine legitime Reaktion auf das israelische "Apartheid-Regime", das die arabische Bevölkerungsminderheit seit Jahrzehnten unterdrücke, zitiert das Blatt die Dozentin der Veranstaltung über in Israel inhaftierte Palästinenser weiter.

Das Veranstaltungshaus in der Kreuzberger Naunynstraße erklärte dazu, die einer Workshop-Leiterin zugeschriebenen Äußerungen seien laut Zeugenaussagen falsch. In einem Podiumsgespräch hätten jüdische und palästinensische Feministinnen über das Verhältnis von Kunst und Politik gesprochen. Antisemitische Äußerungen seien nicht gefallen.

Mit öffentlichen Geldern gefördert

Die Berliner Kulturverwaltung will die Vorwürfe nun prüfen. Die Haltung der Senatskanzlei sei bei diesem Thema eindeutig, erklärte die Kulturverwaltung am Donnerstag in Berlin. "Weder tolerieren wir Rassismus oder Antisemitismus, noch dass das Existenzrecht Israels infrage gestellt wird."

Der Veranstalter sei in der Vergangenheit in dieser Hinsicht nicht in Erscheinung getreten, hieß es weiter. Das Festival wurde vom Bund mit 100.000 Euro aus dem Hauptstadtkulturfonds und vom Land Berlin mit 45.000 Euro gefördert.

Sollte es zu diesen oder ähnlichen Äußerungen gekommen sein, wäre es Aufgabe des Veranstalters gewesen, sein Hausrecht auszuüben und diese zu unterbinden, erklärte die Kulturverwaltung weiter. Der Antrag auf Förderung habe nicht erkennen lassen, dass es einen solchen Workshop geben würde. Ebenso wenig sei der Workshop Bestandteil des Förderantrages gewesen. "Es war damit nicht absehbar, dass antisemitische oder rassistische Äußerungen in den Veranstaltungen fallen würden", hieß es.

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