Archivbild: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht am 14.10.2016 in Berlin auf der Pressekonferenz nach der Einigung über die Bund-Länder-Finanzen zu den Medienvertretern. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Video: Abendschau | 20.11.2016

Erneute Kanzlerkandidatur 2017 - Angela Merkel tritt wieder an

Lange wurde auf Angela Merkels Antwort auf die K-Frage gewartet. Nun hat die Bundeskanzlerin angekündigt ein viertes Mal zu kandidieren. Die Entscheidung sei "alles andere als trivial" gewesen.

Angela Merkel will es noch einmal wissen und im nächsten Herbst zum vierten Mal als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl gehen. Das kündigte die Bundeskanzlerin am Sonntagabend an. Außerdem wolle sie erneut für den CDU-Vorsitz antreten. Die Entscheidung
für eine vierte Kandidatur sei nach elf Amtsjahren alles andere als trivial gewesen: "Ich habe
sprichwörtlich unendlich viel darüber nachgedacht.", sagte Merkel. Die Menschen hätten in diesen
Zeiten aber wenig Verständnis, "wenn ich jetzt nicht noch einmal meine ganze Erfahrung und das, was mir an Gaben und Talenten gegeben ist, in die Waagschale werfen würde, um meinen Dienst für Deutschland zu tun".

Viel Spekulation über erneute Kandidatur

Zuvor hatte die CDU-Chefin ihre Kandidatur sowohl für den Parteivorsitz als auch für das Amt der Regierungschefin bereits bei einer Klausur der Parteispitze in Berlin bekannt gegeben. Merkel hatte ihre Entscheidung gleich zu Beginn der Sitzung des CDU-Präsidiums, dem engsten Führungszirkel der Partei verkündet, wie übereinstimmend aus Teilnehmerkreisen verlautet war.  

Über eine erneute Kandidatur Merkels war zuvor lange spekuliert worden. Zuletzt hatte die Wahlempfehlung von Barack Obama bei seinem Abschiedsbesuch in Berlin für Aufsehen gesorgt. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte er: "Wenn ich Deutscher wäre, wäre ich Merkel-Anhänger."

Brandenburgs und Berlins CDU begrüßen erneute Kandidatur Merkels

Brandenburgs CDU hat die erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel begrüßt. CDU-Landeschef Ingo Senftleben sagte am Sonntag: "Angela Merkel ist und bleibt die beste Antwort auf die drohende Politik eines rot-rot-grünen Bündnisses, das wir unbedingt verhindern müssen." Er fügte hinzu: "Auch in schwierigen Zeiten hat Angela Merkel mit Haltung und hohem moralischen Anstand gezeigt, dass sie eine gute Kanzlerin für unser Land ist." Es stehe fest, dass die Partei um neues Vertrauen bei den Menschen in Deutschland werben müsse.

Auch die Berliner CDU unterstützt die erneute Bereitschaft Merkels, das Amt der Regierungschefin ausüben zu wollen. Die designierte Landeschefin, Monika Grütters, sagte am Sonntag nach Merkels Ankündigung im Parteipräsidium: "Angela Merkels Kandidatur ist sehr gut für Deutschland, Europa und die Staatengemeinschaft. Die Kontinuität und die Verlässlichkeit unserer Bundeskanzlerin sind in der Politik unserer Zeit unverzichtbar."

Aufgewachsen in der Uckermark

Die nächste Bundestagswahl wird voraussichtlich im Herbst 2017 stattfinden. Wer von Seiten der SPD kandidiert, ist noch nicht klar. Spekuliert wurde zuletzt über SPD-Chef Sigmar Gabriel und den bisherigen Präsidenten des Europa-Parlaments, Martin Schulz.

Angela Merkel wurde 1954 In Hamburg geboren. Die heute 62-Jährige wuchs im uckermärkischen Templin auf. Ihre Mutter wohnt bis heute dort. So oft wie möglich erholt sich die Bundeskanzlerin auf ihrem Wochenendgrundstück im nahegelegenen Dorf Hohenwalde.

Von der Uckermark in die Welt

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