Patientenzimmer in einer Klinik für Psychiatrie und Neurologie in der DDR um1958 (Quelle: dpa/Universität Jena)

Bundesweite Stiftung hat Sitz in Potsdam - Neue Stiftung hilft Opfern von Jugendpsychiatrien

Eine neue Stiftung soll künftig Menschen helfen, die als Kinder und Jugendliche Leid in sozialen Einrichtungen erfahren haben. Die Stiftung "Anerkennung und Hilfe" mit Sitz in Potsdam wird zum 1. Januar 2017 eingerichtet, ihre Arbeit soll sie zum 1. April aufnehmen. Das teilte Brandenburgs Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe am Dienstag in Potsdam mit.

Regionale Anlauf- und Beratungsstellen sollen im Laufe des Jahres in jedem Bundesland eingerichtet werden. Damit soll in allen Bundesländern Hilfe für Menschen ermöglicht werden, die unter den Folgen von ungerechtfertigter Zwangsmaßnahmen, Strafen und Demütigungen in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie leiden.

Unterstütztung der Opfer und wissenschaftliche Aufarbeitung

Die Stiftung richte sich an Bürgerinnen und Bürger, die in den Jahren 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland und in den Jahren 1949 bis 1990 in der DDR in diesen Einrichtungen untergebracht waren und heute noch unter den Folgen leiden, hieß es. Ziele seien die Anerkennung der leidvollen Erfahrungen durch Unterstützung der Betroffenen, die wissenschaftliche Aufarbeitung der stationären Unterbringung in Psychiatrie und Behindertenhilfe und die Aufklärung der Öffentlichkeit.

Poppe begrüßte die Errichtung der Stiftung. Ihre Dienststelle werde die Trägerschaft für die neue Anlauf- und Beratungsstelle Anerkennung und Hilfe übernehmen, hieß es. Die Stiftung wird von Bund, Ländern und Kirchen getragen und hat zunächst eine Laufzeit von fünf Jahren.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

5 Kommentare

  1. 5.

    Es ist ein richtiger Schritt in d. Richtige Richtung! Jedoch ist d. "zeitliche" Begrenzung nicht sinnvoll! Immer wieder (in jungster Vergangenheit) kam es vor, daß Menschen ihren Status negativ nutzten.Warum gibt es PauschalGrenzen? Wo bekannt ist, d. es nicht in "längeren" ZeitRäumen, entgegen den GrubdRechten & der Zuständigkeit, Psysich & Psychich misshandelt wurde. Schädigungen welche ein normales Leben, nicht mehr, gar nie mehr möglich machen! PoST in Folge d. Behandlung & als billingend in kauf genommen! z.B.um eine ZwangsAdoption in d. DDR schnellstmöglich vollzogen werden konnte. Um d. Kind dankbar, zu diesem AdopEltern & raus aus Heim-, PsychatrieInhaftierung ist! Ich bin eine Betroffene! Damals war ich 7-8 J. & nach d. nicht vollzogene ZwangsAdop 11-12 J. altes Mädchen.
    Warum sind diese Zeiten weniger wert, als d. Heimzeit? Sind nicht alle Betroffenen gleich? LG Sanny

  2. 4.

    Ulrike Poppe konnte sich im Kapitalismus gut einrichten. Anscheinend ist sie blind geworden für die realen Machtstrukturen in diesem System. Die Disziplinierung von Menschen in der Psychiatrie erfolgte nicht nur in der DDR, sondern auch hier, teilweise mit brutalen Mitteln, die denen in der ehemaligen DDR in nichts nachstehen.
    ….auch in der Gegenwart.

  3. 3.

    Eine gute Sache. Allerdings verstehe ich die willkürliche Festlegung auf 1975 als Grenze nicht. Auch wenn sich die Situation nach und nach gebessert hat, waren (und sind) doch auch danach noch Missbrauchsfälle möglich und auch vorgekommen. Wozu diese Begrenzung also?

  4. 2.

    Staatlich geduldete Misshandlungen in der Psychiatrie gab es in der BRD auch noch nach 1975. Und es gibt sie noch heute. Damit werden die Opfer nach 1975 verhöhnt.

  5. 1.

    Ich finde es gut, dass die Missbräuche in der Psychiatrie nun nicht einfach totgeschwiegen werden. Es ist schlimm genug, wenn unschuldige Bürger von Leuten misshandelt werden, die ihnen eigentlich helfen sollten und oft genug auch tatsächlich vorgeben, das zu tun. Solche Taten einfach unter den Teppich zu kehren und die anderen Bürger nicht nur ohne Warnung, sondern sogar noch durch Nebelkerzen getäuscht zu halten, war gründlich falsch.
    Es freut mich, dass jetzt eine Aufarbeitung stattfindet.

Das könnte Sie auch interessieren