Ein Wolf in Brandenburg (Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Brandenburg sucht Wolfsbeauftragte - Dienstlich ganz dicht am Wolf

Es geht um Abschuss, um geschlagenes Wild, um Vergrämung und es geht um Spuren:  Brandenburg schreibt zwei einsame Stellen aus. Gesucht werden Mitarbeiter, die den etwa 100 Wölfen im Land des Leben erleichtern und das Schafstöten erschweren sollen.  

Zwei Wolfsbeauftragte sollen in Brandenburg zwischen Mensch und Tier vermitteln. Die auf zwei Jahre befristeten Stellen sind am Dienstag im Internet ausgeschrieben worden. Die Fachleute sollen unter anderem Tierhalter dabei beraten, mit welchen Maßnahmen sie Wolfsattacken auf Nutztiere verhindern oder erschweren. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Unterstützung von Förderanträge für Maßnahmen rund um das Leben der Wölfe. Ein weiteres Hauptaufgabengebiet: Information und Aufklärung der Öffentlichkeit über das Leben der Wölfe.

Studierte sollen es richten

Verlangt wird von den Bewerbern ein erfolgreich abgeschlossenes Fachhochschulstudium in Biologie, Land- oder Forstwirtschaft. Zudem sind fundierte Kenntnisse über die Biologie des Wolfes sowie über die möglichen Konflikte zwischen dem geschützten Tier und Menschen erforderlich. Bewerbungen sind bis zum 27. Januar möglich.

In Brandenburg sind derzeit mehrere Mitarbeiter im Landesumweltministerium für verschiedene Aspekte des Wolfsmanagements verantwortlich. Sie arbeiten zusammen mit etwa 30 ehrenamtlich tätigen Wolfsbeauftragten in den verschiedenen Landkreisen.

Bundesweit gibt es 46 bekannte Wolfsrudel. 22 dieser Rudel leben in Brandenburg, das sind - sehr grob geschätzt - rund 100 Tiere. Mit der zunehmenden Zahl der Tiere wachsen auch die kleinen und großen Konflikte rund um die Tiere und den Schutz der Art: Von 2008 bis Ende 2015 wurden Fördermittel für vorbeugende Maßnahmen von knapp 600.000 Euro gezahlt. Für dieses Jahr wurden bereits 15 Anträge in Höhe von rund 200.000 Euro bewilligt. Dabei geht es vor allem darum, die Wölfe von Nutztieren fernzuhalten.  

30 Ehrenamtliche rund um den Wolf

Die Behörden zählten im vergangenen Jahr mehr als 170 gerissene Nutztiere, 2015 waren es nach Angaben des Umweltministeriums noch 97. Landwirte fordern seit langem mehr Unterstützung, vor allem im Umgang mit sogenannten Problemwölfen, die sich Herden nähern und Tiere reißen.

Der Wolf war in Deutschland vor 150 Jahren ausgerottet worden, doch seit dem Jahr 2000 werden die Wölfe wieder sesshaft, zunächst in der sächsischen Lausitz. 2007 dann hatten auch die ersten beiden Tiere in Brandenburg wieder ihre Basis.

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