Beileidsbekundungen auf dem Berliner Breitschediplatz (Quelle: Imago / Reiner Zensen)

Bundestag plant Gedenkminute - Opfer vom Breitscheidplatz erhalten Hilfe vom Bund

Mehrere Opfer des Anschlags an der Berliner Gedächtniskirche haben laut einem Medienbericht erste Unterstützung vom Bund erhalten. Nach Kritik von Angehörigen der Anschlagsopfer plant nun auch der Bundestag eine Gedenkminute.

Drei Wochen nach dem Anschlag an der Gedächtniskirche haben Angehörige der zwölf Todesopfer und die ersten der mehr als 50 Verletzten offenbar Unterstützung vom Bund erhalten. Die "Rhein-Neckar-Zeitung" berichtet, dass beim zuständigen Bundesamt für Justiz bisher zehn Anträge auf eine Härtefall-Leistung eingegangen seien. Die ersten Auszahlungen seien freigeben worden, weitere würden in den kommenden Wochen folgen.

Die Höhe der Hilfen sei von Fall zu Fall unterschiedlich. Bei schweren Verletzungen könne eine Person über 100.000 Euro bekommen. Nahe Angehörige von Todesopfern wie Eltern, Kinder und Ehepartner erhielten in früheren Fällen 10.000 Euro, Geschwister 5.000 Euro. Verletzte Menschen können einmalig höhere Summen bekommen.

Noch immer liegen elf Schwerverletzte im Krankenhaus, teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung am Dienstagabend mit.

Gedenken im Bundestag nach Kritik der Angehörigen

Die Abgeordneten des Bundestags wollen in der kommenden Woche der Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gedenken. Das habe ein Sprecher von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) auf Anfrage mitgeteilt, berichtete "Spiegel Online" am Dienstag.

Demnach soll Lammert am 19. Januar - genau einen Monat nach dem Terroranschlag - "vor Eintritt in die Tagesordnung zum Gedenken sprechen". Es hatte zuvor Kritik daran geben, dass bisher keine größere Gedenkfeier geplant ist.

Gedenkminute auch im Berliner Abgeordnetenhaus

Das Berliner Abgeordnetenhaus will am Donnerstag (12. Januar) an die Opfer des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche erinnern. Parlamentspräsident Ralf Wieland hatte am Montag im rbb-Inforadio eine Gedenkminute im Plenum angekündigt. Er selbst werde dabei auch einige Worte sagen.

Zuvor hatte sich der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge für einen Ort zum Gedenken an die Opfer des Anschlags am Breitscheidplatz ausgesprochen. "Wenn die Blumen verwelkt und die Kerzen abgebrannt sind, muss es einen würdevollen Ort geben, um in unmittelbarer Nähe des Anschlagortes der Opfer zu gedenken", sagte Dröge. Die Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sei hier offen für konkrete Überlegungen.

Zwölf Tote und mehr als 50 Verletzte

Am 19. Dezember war der Tunesier Anis Amri mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt bei der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Er tötete zwölf Menschen und verletzte mehr als 50. Vier Tage später wurde er bei einer Polizeikontrolle in Italien erschossen. Zuvor hatte sich Amri in einem Video zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

In der ersten Version dieses Artikels war als Datum des Anschlags am Breitscheidplatz versehentlich der 19. Januar angegeben. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    19. Januar? ????

  2. 1.

    Der Anschlag war im Dezember und nicht im Januar wie im letzten Absatz beschrieben. Lg

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