Mehr als 1700 Polizisten sorgten während der Silvesternacht um die Partymeile für Sicherheit
Video: Abendschau | 03.01.2017 | Norbert Siegmund

Störanfällige Kommunkationstechnik - Digitalfunk der Berliner Polizei an Silvester überlastet

Seit Jahren kämpft die Berliner Polizei mit diversen Problemen beim Digitalfunk. Während der Silvesternacht hakte es bei einer bestimmten Funktion erneut. Die Gewerkschaft der Polizei fordert ein grundlegendes Umdenken.

Während der Silvesternacht hatte die Berliner Polizei mit Kommunikationsproblemen zu kämpfen. Nach ersten Erkenntnissen war das Digitalfunksystem überlastet."Es gab diesmal ein Software-Problem", sagte Benjamin Jandro von der Gewerkschaft der Polizei am Montag dem rbb. "Das ist ein weiteres Kapitel in der Endlosschleife 'Probleme mit dem Digitalfunk'", so Jandro in der rbb-Abendschau.

Statustasten funktionierten nicht

Konkret war es in der Silvesternacht so, dass die sogenannten Statustasten an den Digitalfunkgeräten der Polizisten während des Einsatzes bei vielen Geräten nicht funktionierten. Mit diesen Tasten können die Polizisten der Einsatzzentrale mit einem Knopfdruck übermitteln, ob und wo sie einsatzbereit sind oder womit sie gerade beschäftigt sind. Der Sprechfunk war während der Silvestereinsätze nicht gestört. Zuerst hatte die "Berliner Morgenpost" über die Störung berichtet.

Die Polizei erklärte: "Die hohe Anzahl von Funkteilnehmern und die Vielzahl der Statustelegramme konnten nicht zeitgerecht verarbeitet werden." Durch diese Verzögerungen mussten demnach viele Streifenwagen-Besatzungen ihren jeweiligen Status über den Sprechfunk durchgeben. Die Einsatzzentrale protokollierte das dann aufwendig per Hand.

Polizei musste das System neustarten

Ab 20.25 Uhr sei es zunächst zu Verzögerungen bei der Anzeige der Statusmeldungen gekommen, so die Polizei. Danach habe es einen kompletten Ausfall der Anzeige gegeben. Zunächst habe man das Problem durch einen Neustart des Systems kurzfristig behoben. "Ab 21.20 Uhr wurden die Statusmeldungen jedoch wieder erneut mit teilweise erheblicher zeitlicher Verzögerung an die Einsatzleitzentrale übermittelt. Die Störung hielt abnehmend bis zum Dienstende an."

Für eine Analyse der Störung werte der Hersteller des Computersystems die Datenprotokolle aus, teilte die Polizei mit. Weil auch die sogenannte Schnittstelle zwischen dem Digitalfunksystem und der Einsatzzentrale Probleme bereitet, sollen die Arbeitsplätze der Einsatzzentrale "mit einem vollwertigen Digitalfunkarbeitsplatz ausgestattet werden", heißt es in der Erklärung der Polizei.

Gewerkschaft der Polizei fordert mehr Geld

Mit einem grundsätzlichen Problem des Systems muss die Berliner Polizei aber vorerst weiterleben. Damit das Berliner Behördenfunksystem flächendeckend im Stadtgebiet funktionieren kann, sind etwa 100 Funkmasten nötig. Etwa halb so viele existieren tatsächlich.

Dass der Behördenfunk flächendeckend einsatzbereit sein soll, steht auch im Koalitionsvertrag der neuen rot-rot-grünen Regierung. Wie Benjamin Jandro von der Gewerkschaft der Polizei der rbb-Abendschau sagte, kann die Polizei den Digitalfunk nicht einfach ausbauen, wenn versprochene Gelder nicht zur Verfügung gestellt werden. "Da muss der Senat definitv Geld in die Hand nehmen, denn es ist das tragende Kommunikationsmittel für unsere Sicherheit", so Jandro.

Immerhin: Bei der Feuerwehr gab es in der Silvesternacht keine größeren Probleme mit der Funktechnik.

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