Schmierereien an Wänden und Türen der Humboldt-Uni in Berlin, veröffentlicht von der HU am 23.02.2017 (Quelle: HU)

Strafantrag gestellt - Humboldt-Universität will letzte Besetzer rauswerfen

Die Besetzer an der Berliner Humboldt-Universität haben die Räume am Institut für Sozialwissenschaften nach über vier Wochen verlassen - alle bis auf einen. Den wollen sie in Zukunft selbst verwalten. Doch die Uni will jetzt räumen lassen.

Die Humboldt-Universität zu Berlin hat Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt, um den letzten besetzten Raum im Institut für Sozialwissenschaften räumen zu lassen. Das bestätigte HU-Sprecher Hans-Christoph Keller am Freitag. Zuvor hatten die Besetzer selbst die Meldung per Twitter verbreitet.  

Den Strafantrag verstehen die Besetzer als Eskalation, die unnötig sei. Die Besetzung des Raumes beeinträchtige die Arbeitsmöglichkeiten der Universität derzeit nicht, schließlich sei die Vorlesungszeit jetzt beendet, heißt es in einer Erklärung im Internet.

Schmierereien an Wänden und Türen der Humboldt-Uni in Berlin, veröffentlicht von der HU am 23.02.2017 (Quelle: HU)
Die HU klagt über Schäden in den besetzten Räumen

Die Besetzer hatten die meisten Räume am Donnerstag nach mehr als vierwöchiger Besetzung verlassen. In einem Raum im Erdgeschoss halten sich aber noch Studenten auf. Sie reklamieren den Raum als "selbstverwalteten Bereich", von dem aus sie für Studierende organisierte Lehre und Aktionen anbieten können.

Nun soll die Polizei die Besetzung dort beenden - möglicherweise noch am Freitag, wie ein Sprecher der Initiative "Holm bleibt" rbb|24 sagte. Auf der Strafanzeige werde kein Ultimatum genannt.

Die Besetzer wollen allerdings nicht freiwillig gehen. Derzeit halten sich nach ihren Angaben rund 35 Personen in dem besetzten Raum auf. Weitere Unterstützer befänden sich im Institut, sagte der Sprecher. Auf einer Vollversammlung sei beschlossen worden, den Raum weiter zu besetzen.

Besetzung begann vor vier Wochen nach Holm-Kündigung

Die Besetzung hatte vor vier Wochen aus Protest gegen die Kündigung Andrej Holms durch die Humboldt Universität begonnen. Der parteilose Stadtsoziologe, der sich seit Jahren für Mieter einsetzt und gegen die Verdrängung von Menschen mit weniger Geld aus ihren Stadtteilen eintritt, war von der Linken als Bau-Staatssekretär in den neuen rot-rot-grünen Senat entsandt worden.

Wochenlang wurde danach über falsche Angaben Holms zu seiner Stasi-Vergangenheit diskutiert. Schließlich trat Holm als Staatssekretär zurück. Abschließend kündigte ihm die Universität mit der Begründung, Holm habe die Universität hinsichtlich seiner Biographie getäuscht und sich dann wiederholt auf Erinnerungslücken berufen. 

Drei Wochen später wandelte die Uni die Kündigung in eine Abmahnung um. Zur Begründung hieß es, Holm habe in einer schriftlichen Stellungnahme erklärt, er habe gegenüber der HU falsche Angaben in Bezug auf seine Tätigkeit für die Stasi gemacht.  

Kommentar

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18 Kommentare

  1. 17.

    Besetzung und Auforderungen zum Verlassen der Uni nicht folgegeleistet, das ist doch Hausfriedensbruch Erpressung und Wiederstand, darauf stehen doch eigentlich höhere Strafen. Also packt es an, vors Gericht aburteilen und dann zumindest Schulverweis.

  2. 16.

    Und Herr Holm wäre, wenn die DDR noch geben würde, vielleicht oder bestimmt ein knallharter Stasi-Offizier geworden!? Davon gehe ich aus! Einfach mal nachdenken! Darum verstehe ich nicht, daß diese Besetzer dieser Person hinterherlaufen! Er hat die Uni mit seinem Lebenslauf getäuscht! Und das ist wirklich kein Kavaliersdelikt!
    Und was den Besetzer betrifft! Strafe muss sein! Ich kann auch nicht irgendwas besetzen! Noch eine Frage an Sie! Und was hat nun die Personalie Holm mit der AfD zu tun?

  3. 13.

    Nur gut das Ihre Partei die Afd nicht an der Regierung ist sonst würden Schußwaffen als harte Strafe eingesetzt

  4. 12.

    Diese Studenten sollten einmal das Stasigefaengnis in Hohenschoenhausen besuchen und sich einige Zeitzeugen einladen.

  5. 11.

    Sehe ich ähnlich... diese Kreise müssen vor Wut schäumen, weil sie den Holm nicht weggemobt bekommen haben - jetzt müssen wenigstens ein paar linke Studenten von der Polizei vermöbelt werden damit wieder Zufriedenheit herrscht.

  6. 9.

    "Hoch lebe die Obrigkeit, wir folgen ihr zu jeder Zeit!" Nicht wahr, genau das ist doch Ihre Devise Herr Bötel, oder???? Pfui Teufel!!!!!

  7. 8.

    Das war überfällig! Sonst wird aus der vorübergehenden Aktion mit der Zeit eine Art pseudo-akademischer Oranienplatz. Dazu noch die Kosten des Polizei-Einsatzes in Rechnung stellen und die Damen und Herren umgehend exmatrikulieren. Was sagt eigentlich Herr Holm dazu, wenn eine kleine Gruppe meint: "Die Uni gehört uns!" Wahrscheinlich interessiert ihn das gar nicht.

  8. 7.

    Exmatrikulieren!!!
    Ich kann sowieso nicht verstehen, warum sich die Studenten für einen Mann haben vor den Karren spannen lassen, der seine Arbeitsstelle zu seinem Werdegang lange Zeit im Unklaren gelassen hat. Herr Holm war 18 Jahre alt (hat sicher einen Nachweis über seine Tätigkeit erhalten, denn in der DDR wurde alles dokumentiert). Er hat der Universität mit seinem Verhalten indirekt geschadet. Bedeutet, dass man in solchen Fragebögen der Humboldt-Uni ohne Konsequenz ruhig Kreuze weglassen und setzen kann, wie man möchte. Das ist mein persönliches Empfinden!!! Sehen andere wahrscheinlich nicht so, doch ich wäre als Arbeitgeber sehr enttäuscht und würde meinen Ruf beschädigt sehen.
    Wenn das Engagement der Studenten mal in allen Bereichen so groß wäre.

  9. 6.

    Wie witzig da steht die Uni gehört uns, ja liebe Studenten was habt Ihr denn bezahlt, seht zu das Ihr ein gutes Studium hinlegt, damit Ihr später Steuern zahlt, denn dafür dürft Ihr studieren, leider studieren die meisten wohl nur aus Zeit Vertreib, Papa zahlt ja den Unterhalt, läßt sich ja so schön auf Kosten anderer leben, was ist bloß aus Deutschland geworden.

  10. 5.

    Na endlich! Wurde auch Zeit! Hätte sofort passieren müssen! Hoffe auf eine harte Strafe seitens der Uni und des Gerichtes!

  11. 4.

    So sehe ich das auch: Exmatrikulation für die Hardcore-Besetzer. Dann können Sie sich ja gern einen andere Uni suchen, falls die jemand noch haben möchte.

  12. 3.

    Na bitte! Aber abwarten! Einheit von Wort und Tat muss abgewartet werden.

  13. 2.

    Exmatrikulieren und endlich Ordnung schaffen!

  14. 1.

    Endlich!!!!

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