Impfspritze liegt auf Impfausweis (Quelle: imago/Christian Ohde)

Pro und Contra - Sollte es eine Masern-Impfpflicht in Berlin geben?

32 Masern-Fälle registrierten die Berliner Behörden in diesem Jahr. Auch fünf Säuglinge haben sich infiziert. Nun fordert die CDU-Fraktion, dass nur noch geimpfte Kinder eine Kita besuchen dürfen. Was spricht für, was gegen eine Impfpflicht? Von Robin Avram

Die Masern-Impfung ist ein Thema, das junge Mütter so sehr emotionalisiert wie kaum ein anderes. Weil der eigene Nachwuchs frühestens im Alter von neun Monaten das erste Mal gegen die hochansteckende, teils schwer verlaufende Krankheit geimpft werden kann, bedrohen Ungeimpfte potentiell die Gesundheit des eigenen Sprösslings.

Diese Gefahr ist klein – aber sie ist real: Seit Jahresbeginn infizierten sich in Berlin fünf Säuglinge mit Masern. Ihr Risiko, dass sich im Verlauf der Krankheit eine meist tödlich verlaufende chronische Hirnhautentzündung entwickelt, liegt bei 1:1.000 – es ist wesentlich höher als bei älteren Kindern. Im Januar war eine Sechsjährige in Hessen an Masern-Spätfolgen gestorben, in Rumänien starben bei einem großen Masern-Ausbruch mit mehr als 3.400 Fällen nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums bislang 17 Kinder.

Bundesregierung debattierte bereits 2015 über ein Impfpflicht

Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaushaus spricht sich vor diesem Hintergrund nun dafür aus, in Berliner Kitas eine Masern-Impfpflicht einzuführen. "Impfverweigerer setzen nicht nur die Gesundheit ihrer eigenen Kinder aufs Spiel; vielmehr gefährden sie auch Leib und Leben anderer, insbesondere von Kindern, die noch zu jung sind, um gegen Masern geimpft zu werden", begründen die Unterzeichner in einem Antrag, der demnächst im Gesundheitsausschuss behandelt wird. (Link als PDF)

Wenn Eltern keinen Masern-Impfnachweis für ihr Kind vorweisen können, sollen sie auch keinen staatlich geförderten Kita-Platz bekommen – diese Diskussion ist nicht neu. Bereits vor zwei Jahren erwog die Bundesregierung diese Maßnahme. Mehr als 1.300 Menschen hatten sich damals in Berlin mit Masern infiziert, rund ein Viertel musste im Krankenhaus behandelt werden, ein Kind starb. Bundes-Justizminister Heiko Maas (SPD) sagte damals, er halte eine Kita-Impfpflicht für "rechtlich nicht ausgeschlossen", auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zog sie in Erwägung. Letztlich scheute die Bundesregierung aber davor zurück und führte stattdessen eine verpflichtende Impfberatung vor dem Kita-Besuch ein.

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  • Was spricht für eine Masern-Impfpflicht?

  • Was spricht gegen eine Masern-Impfpflicht?

  • Was für Argumente führen Impfskeptiker an?

  • Wie haben sich die Masern-Impfquoten in Berlin entwickelt?

Beitrag von Robin Avram

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Zum Thema Impfen gibt es seriöse Ärzte, welche sich dagen aussprechen, siehe : www.aegis.at/wordpress/masern-aus-allen-rohren/
    und es gibt auch Behörden, welche eine echt wissenschaftliche Auseinandersetzung vermeiden, siehe https://www.salto.bz/de/article/23052017/impfzwang-statt-denkzwang

  2. 9.

    Ich bin zwar generell für die Masern(Mumps-Röteln-)Impfung, aber gegen eine generelle Impfpflicht in Kitas. Was ist mit den Kindern, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürfen? Sollen sie dann auch keine Kita besuchen dürfen?
    Gerade deswegen ist es wichtig, eine hohe Durchimpfungsrate zu haben, damit auch diese Kinder geschützt sind.

    Yambo, Se vergessen dabei, dass der von der Mutter übertragene Schutz vor Masern irgendwann endet. Übrigens übertragen auch geimpfte Mütter eine gewisse Immunität, wenn auch schwächer ausgeprägt.

    MMR-Impfstoffe haben und hatten übrigens noch nie Aluminiumhydroxid enthalten.

  3. 8.

    bin für die generelle masernimpfung. das hat sich damals in der ddr bewährt. bitte nicht immer gleich protestieren, wenn jemand erwähnt, dass es durch den gewaltigen zuzug vom migranten probleme gibt. das es in vielen der zuzugsländer krankheiten gibt, die wir hier für fast ausgerottet hielten und dort nahezu keine impfungen vorgeschrieben sind ,ist nun einmal die wahrheit und die lässt sich mit ideologie nicht heilen. wichtig ist, dass man rechtzeitig reagiert.

  4. 6.

    Will damit nur sagen, dass Masern hoch ansteckend ist und möchte bezweifeln, dass diese Impfung bei den Menschen aus vielen Herkunftsländern selbstver-
    ständig ist.

  5. 5.

    Das Problem der Säuglinge sind ihre geimpften Mütter. Hätte diese ihre Masern gehabt, dann hätten die Kleinen nämlich NESTSCHUTZ und bräuchten keinen Herdenschutz. Da wir aber alle nur noch geimpft sind, sind wir dazu verdammt weiter zu impfen.
    Also müssen wir unseren Kindern Aluminium ins Blut jagen lassen, das wir, wegen der Gesundheitsgefahren, gerade mit großem TamTam aus unseren Deo's verbannt haben.
    Wenn das kein Fortschritt ist...

  6. 4.

    Dafür.

    An Ulla:
    Impfungen sollte man im Übrigen alle 10 Jahre auffrischen.
    Auch ohne Migration können ansteckende Krankheiten für die ein Impfstoff verfügbar ist ausbrechen, wenn die Impfrate unter einen kritischen Wert fällt.

  7. 3.

    Was hat denn Impfen mit Imigranten zu tun? Ich arbeite selbst in einer Kita und würde es eher mal begrüßen wenn gerade deutsche Eltern ihre Kinder die Krank sind, mal zu hause lassen würden als sie gleich am Folgetag wieder zwischen die Gruppe zu mischen, nachdem man sie hat nach Hause geschickt. Da verhalten sich nämlich viele der "Imigranten" erheblich vorbildlicher.

  8. 2.

    Ja.
    Ich wurde als Kind geimpft !
    Bei so viel Zuzug von Imigranten ist es dringend notwendig.

  9. 1.

    Ja.

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