Fahndungsfotos des im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Berlin gesuchten Tunesiers Anis Amri hängen am 22.12.2016 an der Tür einer Polizeiwache (Quelle: Arne Dedert / dpa)

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt - Türkische Polizei nimmt drei mutmaßliche Amri-Komplizen fest

Noch immer ist nicht eindeutig geklärt, ob der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz Hintermänner hatte. Nun hat die türkische Polizei drei mutmaßliche Komplizen von Anis Amri festgenommen. Sie sollen deutsche Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln sein.

Die türkische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt drei Verdächtige in Istanbul festgenommen. Sie seien deutsche Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Männer wurden schon in der vergangenen Woche am Flughafen Atatürk in Istanbul festgesetzt. Sie stehen unter dem Verdacht, Verbindungen zum Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri gehabt zu haben. Bereits zuvor hatten die türkischen Behörden in der Küstenstadt Izmir einen Mann wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Amri festgenommen.

Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte, die Festnahmen seien nicht aufgrund von Haftbefehlen aus Karlsruhe erfolgt.

Die Ermittlungen führt das Bundeskriminalamt

Zuletzt hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) Anfang März über den Stand der Ermittlungen zum Anschlag berichtet. Damals erklärte er: Der Verdacht, dass der Attentäter Anis Amri Hintermänner oder Anstifter hatte, habe sich nach gegenwärtigen Erkenntnissen bisher nicht bestätigt. Allerdings führe das Bundeskriminalamt (BKA) weiterhin die Ermittlungen und die Berliner Polizei sei nicht in alles einbezogen.

Überwachung von Amri war eingestellt worden

Die Behörden hatten Amri zeitweise überwacht, die Observierung aber vor dem Anschlag eingestellt. Auch wegen krimineller Vergehen war Amri aufgefallen - eine geplante Abschiebung scheiterte jedoch an bürokratischen Hürden.

Der Tunesier Anis Amri war im Dezember mit einem LKW auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gefahren. Nach neuesten Erkenntnissen wurden bei dem Anschlag 67 Menschen verletzt. Dies gab die Vizepräsidentin der Berliner Polizei, Margarete Koppers, am Montag bekannt. Sie bezog sich auf Erkenntnisse des Bundeskriminalamtes. Es seien nun auch Menschen erfasst worden, die zunächst nicht im Krankenhaus waren und sich privat behandeln ließen.


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