Die vier Berliner Spitzenkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl: Stefan Gelbhaar, Renate Künast, Lisa Paus, Özcan Mutlu (v. li. n. re.) (Quelle: rbb/Abendschau)
Video: Abendschau | 25.03.2017 | Agnes Taegener

Ströbele mit einer Kuh verabschiedet - Lisa Paus an der Spitze der Landesliste der Berliner Grünen

Die Berliner Grünen haben am Samstag ihre Landesliste für die Bundestagswahl im September gewählt. Die Bundestagsabgeordnete Lisa Paus wird die Liste als Spitzenkandidatin anführen. Emotional wurde es aber vor allem bei einem Abschied.

Die Bundestagsabgeordnete und steuerpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion Lisa Paus führt die Berliner Grünen auf Platz 1 der Landesliste in den Bundestagswahlkampf. Auf Platz zwei wurde der Berliner Abgeordnete und Verkehrsexperte Stefan Gelbhaar gewählt. Ihm folgen die langjährigen Bundestagsabgeordneten Renate Künast und Özcan Mutlu auf dem dritten und vierten Platz.

Die 48-jährige Paus gewann die Abstimmung gegen die als Favoritin gehandelte Ex-Landesvorsitzende Bettina Jarasch. Auf Paus entfielen bei der Mitgliederversammlung am Samstag 70,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Jarasch erhielt lediglich 27,4 Prozent. Nachdem sie auch nicht auf den zweiten Listenplatz gewählt wurde, dort war sie gegen Gelbhaar und Mutlu chancenlos, trat sie nicht mehr an.

Pünktlich zur Landesmitgliederversammlung knackte der Berliner Landesverband die Rekordmarke von 6.000 Mitgliedern. Über 1.000 von ihnen kamen zum Parteitag, um über die Landesliste abzustimmen.

Ströbele wird Pate einer Kuh

Für einen emotionalen Moment des Parteitags sorgte Hans-Christian Ströbele. Der erste und bislang einzige Grüne, der direkt in den deutschen Bundestag gewählt wurde, kandidiert 2017 nach knapp 20 Jahren nicht mehr für den Bundestag. Seit 2002 ergatterte er immer wieder ein Direktmandat. Im Dezember hatte der 71-Jährige angekündigt, nicht erneut zu kandidieren. Seinen Wahlkreis in Friedrichshain-Kreuzberg übernimmt die 51-jährige Canan Bayram, die sich am Samstag auch um einen Listenplatz der Partei bewarb.

Ströbele sei ein Stück Zeitgeschichte und für manche "die letzte Inkarnation des grünen Gewissens", sagte der ehemalige Landesvorsitzende Daniel Wesener am Samstag auf der Mitgliederversammlung zur Wahl der Landesliste. Die Partei brauche "mehr Ströbele". Zum Dank für sein langjähriges Engagement schenkte ihm der Landesverband eine Patenschaft für eine Brandenburger Kuh – weil Ströbele so gerne Milch trinkt.

Ein Abschied war die Dankesaktion aber nicht. "Es gibt auch ein politisches Leben außerhalb des Bundestages", versicherte Ströbele. "Ihr werdet von mir hören!"

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Schön wäre, wenn Ströbele sich nun für eine sichere Fußgänger und Radinfrastruktur in seinem Wahlkreis starkmachen würde. Gestern wurde wieder ein Radfahrer von einem LKW getötet in Kreuzberg. Sogesehen sind die Grünen in Kreuzberg leider keine Vorreiter. Höchstens beim Aufschieben von Versprechen, die Straße vor seinem Wahlbüro sollte schon mehrmals Fahrradstraße werden. Um die Ecke auf der Gitschiener wird jetzt noch eine zusätzliche Straße unter der U1 Hochbahn gebaut; da gabs am Wochende auch einen schweren Radunfall.

  2. 3.

    Wer kann die "Grünen" überhaupt noch Ernst nehmen.
    Sollen doch diese sogenannten "Allesbesserwisser" egal in welcher Funktion mal den Vorreiter spielen.
    Selbst Elektroautos fahren, Übernahme sämtlicher Kosten für Asylanten und Flüchtlinge, doch dazu fehlt ihnen das Zeug.
    Es ist ja auch einfacher den Steuerzahler zur Kasse zu bitten.

  3. 1.

    Solange die Grünen mit mehr Parkplätzen für Elektroautos und Mooswänden für saubere Luft in den Innenstädten sorgen wollen und eine wirksame Vermögenssteuer ablehnen, kann ich sie nicht ernst nehmen.

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