Das Haus in der Grunewaldstraße machte als "Horrorhaus" Schlagzeilen (Quelle: Paul Zinken, dpa)

Grunewaldstraße 87 in Tempelhof-Schöneberg - Bezirk will Vorkaufsrecht für "Horrorhaus" geltend machen

Bis zu 200 Wanderarbeiter aus Osteuropa wohnten 2015 zeitweise in dem Haus in der Grunewaldstraße 87 in Berlin. Der zuständige Bezirk Tempelhof-Schöneberg würde nun gern von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen - falls es verkauft wird.

Der Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg will von seinem gesetzlich verankerten Vorkaufsrecht Gebrauch machen, falls das Haus Grunewaldstraße 87 verkauft wird. Das sagte Baustadtrat Jörn Oltmann (Bündnis 90/Die Grünen) am Montag dem rbb. Oltmann begründete diese Entscheidung damit, dass das Haus in einem Milieuschutz-Gebiet liege.

"Wir werden uns das ganz genau ansehen und eine gute Lösung für die Mieterinnen und Mieter versuchen zu erreichen", sagte Oltmann im Gespräch mit rbb-Inforadio. "Wenn wir ein Vorkaufsrecht haben, wird zum Verkehrswert gekauft." Allerdings müsse der Eigentümer das Haus nicht verkaufen, sagte Oltmann.

Bis zu 200 Wanderarbeiter einquartiert

In einem ähnlichen Fall hatte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg sein Vorkaufsrecht ausgeübt und ein Haus in der Wrangelstraße für eine städtische Wohnungsbaugesellschaft erworben.

Das Haus Grunewaldstraße 87 war 2015 in die Schlagzeilen geraten, weil in leerstehenden Wohnungen bis zu 200 Wanderarbeiter aus Rumänien und Bulgarien einquartiert worden waren. Es kam zu sozialen Spannungen und etlichen Polizeieinsätzen. Die Mieter des Hauses sahen in der Einquartierung den Versuch, sie aus dem Haus zu drängen. Der Eigentümer möchte das Haus sanieren und dann verkaufen. Bislang hat er für dieses Vorhaben noch keine Baugenehmigung.

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