Radfahrerin vor Pegelhäuschen von Ratzdorf (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg aktuell | 19.06.2017 | Angelika Fey

Zwischen Ratzdorf und Eisenhüttenstadt - Oder-Deich in der Neuzeller Niederung wird verlegt

Als Ratzdorf vor 20 Jahren zum Teil überflutet wurde, kamen Hilfsgelder unter anderem von Michael Jackson. Das Dorf soll nun durch eine veränderte Deichführung besser geschützt werden, ebenso wie weitere Dörfer, Felder und Kleingärten.

In der Neuzeller Niederung im Kreis Oder-Spree haben am Montagvormittag die Arbeiten für eine Deich-Rückverlegung begonnen. Der gut drei Kilometer lange Abschnitt zwischen Ratzdorf  und Eisenhüttenstadt im Landkreis Oder-Spree ist der letzte Bereich, der bis 2020 saniert wird. "Damit bringen wir die 2007 begonnene Sanierung des Oderdeichs in der Neuzeller Niederung auf die Zielgerade", erklärte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD), der beim Spatenstich anwesend war, in einer Mitteilung.

Die Deichschäden wurden damals ad-hoc beseitigt

Der Deich wurde an dieser Stelle bei den großen Oderhochwassern 1997 und 2010 stark belastet, Ratzdorf 1997 zum Teil überflutet. Die entstandenen Schäden waren zunächst schnell beseitigt worden, um einen Deichbruch zu verhindern.

Wie es damals Zeitungen berichteten, soll der US-Sänger Michael Jackson Ratzdorf mehr als 30.000 D-Mark gespendet haben, um die ortsansässige Schule wiederaufzubauen. Da es jedoch weder Schule noch Kindergarten in dem heute etwa 350 Einwohner zählenden Dorf gab, war mit dem Geld ein neuer Kinderspielplatz errichtet worden.

Mit den jetzt beginnenden Deicharbeiten soll die Trassenlinie hinter einen Auwald zurückverlegt werden. Dadurch wird eine enge Stelle der Oder beseitigt und gleichzeitig entsteht ein Überflutungsgebiet von 50 Hektar. Der neue Deich soll Orte wie Ratzdorf, Wellmitz, Neuzelle und Lawitz besser vor Hochwasser schützen. Außerdem sind fast 2.000 Hektar Ackerland und mehr als 1.000 Kleingartenparzellen ebenfalls besser geschützt.

Für extreme Hochwasserereignisse weren Flutungspolder geschaffen

"Wenn das Vorhaben 2020 in Gänze abgeschlossen ist, schützen der neue Deich und die entstandenen Überflutungsräumen vor einem 100-jährlichen Hochwasser", so Vogelsänger. Für den Fall noch extremerer Hochwasserereignisse werde darüber hinaus ein Flutungspolder geschaffen, mit dem im äußersten Notfall der Hochwasserscheitel gekappt werden kann.

Die Kosten für die Deicharbeiten liegen bei mehr als acht Millionen Euro.

Mit Informationen von Elke Bader, Studio Frankfurt

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.06.2017, 10:00 Uhr

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