Initiatorin Seyran Ates legt sich in Berlin zur Eröffnung einer liberalen Moschee ihren Gebetsteppich bereit. © Maurizio Gambarini/dpa
Video: Abendschau | 16.06.2017 | Christian Titze

Zahlreiche Kommentare aus der arabischen Welt - Liberale Moschee sorgt für Aufregung

Die neue liberale Moschee der Frauenrechtlerin Seyran Ates hat nicht nur in Berlin für Aufsehen gesorgt. Auch im Ausland gab es zahlreiche Reaktionen. Ein Bericht der Deutschen Welle auf Arabisch hat für viele Reaktionen gesorgt, viele davon eher ablehnend.

Die Eröffnung der liberalen Moschee in Berlin durch die Frauenrechtlerin Seyran Ates hat im Ausland für Aufregung gesorgt. Ein Bericht des arabischen Programms der Deutschen Welle über die Eröffnung der Ibn Rushd-Goethe-Moschee am vergangenen Freitag wurde bis Montagnachmittag 1,6 Millionen Mal angeschaut, wie der Homepage der Deutschen Welle zu entnehmen ist.

Die meisten der arabischen Kommentare unter dem Video waren negativ. "Das ist nicht die Religion unseres Propheten", schrieb ein Muslim. Eine andere Nutzerin stellte dagegen fest: "Heute mag uns das merkwürdig erscheinen, aber vielleicht ist es in einigen Jahren schon nicht mehr ungewöhnlich."

Morddrohung gegen Stiftungsvorsitzenden

Der Vorsitzende der Stiftung Dialog und Bildung, Ercan Karakoyun, erklärte, er habe Morddrohungen erhalten, nachdem ihn ein türkischer Fernsehsender fälschlicherweise mit dem Projekt von Ates in Verbindung gebracht habe. Die von ihm geleitete Stiftung vertritt in Deutschland die Ideen der Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen.

Die türkische Regierung sieht in Gülen den Drahtzieher des Putschversuchs vom vergangenen Juli, was dieser bestreitet. Karakoyun sagte: "Diese Moschee entspricht nicht unserer Vorstellung des Islams." In einer pluralistischen Gesellschaft toleriere man aber selbstverständlich so ein Vorhaben.

In der neuen Moschee in Berlin beten Männer und Frauen nebeneinander. Sie steht Sunniten, Schiiten und Aleviten offen. Das erste Freitagsgebet leiteten ein Mann und eine Frau gemeinsam. Die Imamin trug kein Kopftuch.

Kommentar

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17 Kommentare

  1. 17.

    Exakt! Sagte nicht Jesus selbst: "Die Kirche ist in Dir!"? Nun gibt es bei gewissen Religionen gewisse Regeln, die 'par status quo' eingehalten werden müssen, damit man bei einer bestimmten Art der Religion 'mitmachen' darf. Wer nun meint, beim Beten einen Hut aufsetzen oder absetzen zu müssen, oder stehen, sitzen oder liegen zu müssen, dem steht das doch frei.

    Viele Religionen erheben ihren Gott zu einem 'Unfehlbaren', der in manchen Fällen auch noch 'Schriftliches' hinterließ. Trotzdem kommen immer wieder Interpreten der gleichen Religion zu unterschiedlichen Auslegungen solcher 'göttlichen Gesetze' - und brechen dann in ihrem Fanatismus andere 'göttliche Gesetze'.

    Im Diesseits versetzt kein Glaube Berge - das weiß auch der Prophet und macht sich auf den Weg zu ihm!
    Im Jenseits wird mir - sofern es ihn gibt - Gott die Hand schütteln (oder den Arsch versohlen). Dann werde ich auch nicht glauben müssen, sondern habe Gewißheit.

    Ich komme gut ohne Glauben aus. Meistens!

  2. 16.

    Mir gefällt die Idee sehr gut, ist sie doch ein wichtiger Schritt in Richtung Akzeptanz und friedvollen Miteinanders. Ich las heute einen Kommentar der ägyptischen Fatwa-Behörde: "Die Behauptung, dass das Tragen des Kopftuchs Frauen diskriminiere, ist falsch. Denn Frauen müssen sich ebenso wie Männer an das islamische Recht halten. Das Bedecken bestimmter Körperteile beim Gebet ist für Musliminnen ebenso Pflicht wie für Muslime, auch wenn es bei Frauen andere Körperteile sind als bei Männern. Bei Verletzung dieser Vorschrift wird das Gebet ungültig."
    Da Allah stets, wie auch der christliche Gott, als gütig und gnädig bezeichnet wird, sollte es auch keinen Unterschied machen, von wem, aus welcher Situation, oder von welchem Ort auch immer ein Gebet kommt, und sei es in völliger Nacktheit aus einem Kerker, wo diese "Religionsbehörden" "Ungläubige" gerne hinbefördern würden.

  3. 15.

    Die Reaktionen zeigen: Frau Ates und ihre Mitstreiter*innen haben alles richtig gemacht!. Glückwunsch!

  4. 14.

    Bei Ansicht der klerikalen reaktionären Nörgler von Erdogans Demokratiefeinden bis hin zu frauenfeindlichen Moslemstalinisten sonstwo, sage ich nur: Weiter so - solch ein Gegenentwurf hilft der Integration in Deutschland und macht die Entstehung von religiös motivierten Parallelgesellschaften sehr schwierig, hilft der überfälligen Modernisierung des Islam, hilft den Menschenrechten und hilft vor allem den Gläubigen für eine zivilisatorische Einordnung der individuellen Spiritualität im modernen Leben. Eine "Imamin" in einer katholischen Kirche wäre übrigens auch ein aufklärischer Segen.

  5. 13.

    Mensch Lona, du bist wohl Hellseher!? Wenn du weißt, dass das alles nichts bringt, solltest du dir deine Fähigkeiten zu Nutze machen....
    Oder ist das vielleicht doch keine Fähigkeit, sondern auch nur wieder platte Hetze? Und überhaupt: Was ist daran eigentlich ein Schritt in die Vergangenheit, wenn sich offensichtlich etwas elementar ändert? Zugegeben: Ob sich dieses Modell etabliert, wird sich erst zeigen müssen. Aber ein Schritt in die Vergangenheit ist es bestimmt nicht. Ich finde die Entwicklung gut und richtig, und bin dabei gewiss nicht allein.

  6. 11.

    Krause
    Das hört sich vom Prinzip gut an.
    Im Glauben zu einigen .
    Aber was schon schon gefühlte 100
    Jahre nicht klappt ,wird auch die nächsten Jahrzehnte bis auf wenige Ausnahmen nichts werden.
    Das müssen wir ja tagtäglich lesen oder sogar miterleben.

  7. 10.

    Wie kann es ein Fortschritt sein, wenn man in die Vergangenheit geht, mir fehlen hier klare Bekenntnisse der Moslems zum Frauenrecht und was die überwiegende Mehrheit der Bürger mit dem Glauben Islam verbindet hat man ja an der Demo in Köln gesehen, 1000 Menschen waren da davon noch 500 Deutsche Bürger das heißt also das die Mehrheit der Bürger mit Moslemischen Glaubens wohl Gewalt in aller Stille akzeptieren, man stelle sich das mal anders vor was wäre wohl der Aufschrei groß, mir ist es letztendlich egal wie viele Moscheen es noch geben wird nur habe ich was dagegen das es Brutstätten der Gewalt werden & das ist ja wohl nicht so gewollt!!Da ist dieser Verein nur Augenwischerei um die Bürger mal wieder zu beruhigen, mehr leider nicht, schade !!!

  8. 9.

    Ich finde den Ansatz der 'liberalen Moschee' sehr gelungen: zeigt er doch einen Weg, Menschen in ihrem Glauben zu einen und nicht zu trennen. Die verschiedenen 'Auslegungen' zwischen Schiiten und Sunniten können nicht Grund für Zwistigkeiten und Kriege bleiben. Wer den anderen nicht toleriert, wird selbst nicht toleriert werden.

    Ich denke, ich werde da mal 'vorbeigehen', gern auch mal 'reinschauen'. Nicht, weil mich Religion ansprechen würde - darüber bin ich lange hinaus - sondern einfach, weil es mich interessiert.
    Ich bin Fan der 'geistigen Dreifaltigkeit': Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

    Die Katholiken wollen auch nicht 'Andersdenkende' bei allen ihren Feierlichkeiten dabei haben - so kommt es mir zumindest vor. Bei den Protestanten sieht man das durchaus lockerer.

    Es tut mir leid, aber den 'Glaubensakt' bekomme ich nicht hin. Trotzdem habe ich manchmal das Bedürfnis, 'mich sinnvoll vollquatschen zu lassen'. Das würde ich auch gern mal in einer Moschee probieren.

  9. 8.

    Eine gute Gelegenheit alten Strukturen aufzubrechen. Ich wünsche dem Berliner Projekt auf alle Fälle viel Erfolg!

  10. 7.

    Die Zustimmung dür den Schritt in die Zukunft wird den Molems erst kommen, wenn sie erkennen der wahre Prophet heißt Darwin.

  11. 5.

    Natürlich ist alles schick. Als in der evangelischen Kirche vor über 50 Jahren die ersten Pfarrerinnen in Deutschland tätig wurden, gab es auch Unverständnis, Widerstand und Proteste. Aber das nennt man Entwicklung ... heute ist das ganz normal. Mir gefällt die Idee, das Menschen (egal ob Frauen, Homosexuelle, Buddhisten oder Muslime)ihren Glauben lehren oder predigen können ... wo auch immer sie wollen. Und ja, ich empfinde das als Bereicherung.
    Dazu ein freundliches Masel Tov von mir ;-)

  12. 4.

    Hey Lona, hast du ein Problem mit dem Fortschritt? Hier tut sich mal was, und wieder nur rumnörgeln....

  13. 3.

    Auch die christliche Kirche hat einen Luther gebraucht um sich zu reformieren und modernisieren. Vielleicht ist diese Idee ein Anfang und stösst das Gewisse an. Nur so könnte ich mir ein zukünftiges "Zusammenleben" vorstellen. Ich wünsche den Machern viel Kraft und Durchhaltevermögen.

  14. 2.

    Angeblich ist doch alles schick ??? es soll ja eine Bereicherung sein ??? bin mal gespannt was da noch so alles kommt, armes ,reiches Deutschland

  15. 1.

    War doch klar. Es gibt halt Leute die noch im Mittelalter leben wollen. Dazu gehört der "alte Stamm" der Muslime. Wird noch viel Ärger und Übergriffe dazu geben, wie immer wenn man die westliche Welt nicht akzeptiert.

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