Teilnehmer ziehen am 27.06.2015 in Berlin beim Christopher Street Day (CSD) über die Straße des 17. Juni. Über ihnen schwebt eine Regenbogenfahne. (Quelle: dpa | Britta Pedersen)

Christopher Street Day in Berlin - Behörden hissen zum CSD Regenbogenfahnen

Anlässlich des Christopher Street Days (CSD) dürfen an öffentlichen Gebäuden in Berlin Mitte Juli Regenbogenfahnen wehen. Dafür erteilte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag eine Sondergenehmigung. So werden etwa bei der Innenverwaltung, bei der Polizei und bei der Feuerwehr eine Woche lang Regenbogenfahnen aufgehängt.

Die sichtbar wehende Regenbogenfahne stehe für Vielfalt, Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung jedes einzelnen Menschen, sagte Geisel. Flagge zeigen sei wichtig, "in Zeiten, in denen Gewalt, Hass und Homophobie immer offener um sich greifen".

Fahnen hängen ab Mitte Juli

Die Regenbogenfahnen werden vom 15. bis 22. Juli hängen - rund um das lesbisch-schwule Stadtfest und den Berliner CSD. Nur am 20. Juli, dem Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler 1944, wird die schwarz-rot-goldene Flagge aufgehängt.

Rund eine Million Menschen werden auch 2017 bei der CSD Parade in Berlin für die Rechte von Schwulen, Lesben, Transsexuellen und Transgendern, Inter- und Bisexuellen auf die Straße gehen. Die Berliner CSD-Demonstration startet nach Angaben der Veranstalter am 22. Juli um 12 Uhr auf dem Ku'damm, Höhe Joachimsthaler Straße, beim Café-Kranzler. Nach der Eröffnungszeremonie setzt sich die Demo gegen 12.30 Uhr in Bewegung und zieht vom Ku'damm über Wittenbergplatz, Nollendorfplatz, Lützowplatz und Siegessäule Richtung Regierungsviertel. Zwischen 15 und 17 Uhr erreicht sie das Finale am Brandenburger Tor.

Der Christopher Street Day ist ein weltweit stattfindender Straßenumzug, auf dem die LGBTI-Community für Gleichberechtigung demonstriert. Der Tag ist nach einer Straße in New York benannt, die in den 1970er Jahren Zentrum der Schwulenbewegung war und in der sich damals zuerst Widerstand gegen willkürliche Diskriminierung von Homosexuellen formierte.

Sendung: Abendschau, 19.06.2017, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

13 Kommentare

  1. 13.

    sie haben mich zwar beleidigt aber vergessen auch nur ein beispiel zu nennen. ich hoffe mal sie meinen nicht jene beispiele, bei denen unsere neuen mitbürger homosexuelle, andersgläubige und frauen beleidigt und verprügelt haben. das ist dann schließlich unser fehler, weil wir es nicht richtig vermittelt haben. da müssen wir uns mehr kümmern und nachbessern.

  2. 12.

    Absoluter Schwachsinn. Diskriminierung findet in Deutschland auch heute noch täglich aus allen erdenklichen Gründen statt. Mitglieder der LGBT-Community werden beleidigt, anders behandelt als Heterosexuelle und bisweilen auch angegriffen und sogar getötet. Darüber gibt es haufenweise Berichte, nicht zuletzt in den Polizeiakten. Wer Deutschland als allseitig tolerantes Land darstellt und behauptet, hier würden nicht tagtäglich Menschenrechte verletzt, ist entweder ungebildet, bewusst ignorant oder schlicht und ergreifend ein Idiot. Fakten sind Fakten.

    Darüber hinaus geht es beim Christopher Street Day um das Zelebrieren der LGBT-Kultur und nicht um die Betonung einer Opferrolle.

  3. 11.

    das ist im jahr 2017 nicht mehr nachzuvollziehen. sexuelle unterschiede und bedürfnisse spielen in deutschland doch heute keine rolle mehr. also schluss mit der sakralisierung von vermeintlichen diskriminierungsopfern und, so schwer es auch fällt, ein stinknormales leben führen !!!

  4. 10.

    Es dauert nicht mehr lange dann leben wir nicht mehr in einer Bananenrepublik sondern im Tuka Tuka Land, auch nicht schlecht, ich bin lesbisch & lebe mein Leben, ich brauche da keine bunten Fahnen der Solidarität zu,ich setze mich in meinem Privatleben durch ohne zu provizieren & komme so auch mit meinem Umfeld klar, nur wenn ich jetzt meine Neigungen über deren der Heteros lege, werde ich anecken, ich will keine Sonderrechte, Sonderregeln, ich möchte in Ruhe mein Leben genießen & finde diese Aktionen in Berlin mit den Fahnen nicht nur übertrieben sondern lächerlich.

  5. 9.

    So lange wir nichts wichtigeres haben, stabilisieren wir uns mit dergleichen mehr.

  6. 8.

    Und noch ein Kommentar eines Schwulen...
    Diese "Aktionen" finde ich seit Jahren völlig daneben und gerade in dieser Zeit um so mehr!
    Zu zeigen, dass Berlin eine offene Stadt ist, in der jeder nach seiner Fa­çon leben kann, funktioniert eh nicht. Warum denn noch Öl ins Feuer schütten.
    Die Flagge vor dem U-Bahnhof Nollendorfplatz - kein Thema. Aber vor Rathäusern, auf oder vor Behörden? KEIN VERSTÄNDNIS...
    Verständnis hätte ich, wenn an jedem Tag, an dem einer Minderheit, einem Gedenken oder ähnlichem sichtbar gezeigt werden soll: "Wir stehen zu Euch, wie ihr zu Berlin!", dann bin ich der letzte, der dagegen spricht.

  7. 7.

    Es sind Kommentare wie dieser, die solch eine Aktion notwendig und sinnvoll machen. Homosexualität ist KEINE Lebensüberzeugung oder gar eine Entscheidung. 8-10 Prozent der Weltbevölkerung ist nun einmal schwul/lesbisch/bi/trans, ob sie es wollen oder nicht. Und die Aufgabe eines demokratischen Staates ist es, die Minderheiten in genau diesem zu respektieren und zu schützen. Genau das wird mit dieser Aktion getan.

  8. 6.

    Teilweise grenzwertige Kommentare. Als selbst schwuler Mann, finde ich die Aussage, dass es sich um eine Lebensüberzeugung handelt. Es ist viel mehr die Natur vieler Menschen und keine Entscheidung oder Überzeugung.

    Grundsätzlich finde ich die Aktion aber auch blöd. Es handelt sich um Symbolpolitik 1. Klasse, da es toll ist für Freiheit einzistehen. Erinnert mich etwas an den Quotenschwulen in vielen Serien....
    Viel wichtiger wäre, dass statt Fahnen zu hissen, endlich politische Entscheidungen getroffen werden, die endlich die staatliche Diskriminierung beinder Ehe beenden.

    Es grenzt schon an Hohn, dass unsere Politiker Fahnen für Gleistellung hissen und gleichzeit Jahre lang eine Gesetzgebung gegen Homos gelebt haben, die erst durch das Bundesverfassungsgericht tweilweise korrigiert wurde.

    Mehr Schein als Sein. Wie immer in der Politik.

  9. 5.

    Was soll das? Ich bin für die Trennung von Staat und Sex. Falls Berliner Behörden aber ein wirkliches Zeichen für Toleranz setzen wollen, hier mein Vorschlag: Dass christliche Lehrer/innen in den Schulen ein Kreuz tragen dürfen, ist wichtig, "in Zeiten, in denen Blasphemie, Mangel an Herzensbildung und Religionsfeindlichkeit immer offensiver um sich greifen". Das Kreuz ist ein Symbol für "Freiheit, Würde und Verantwortung jedes einzelnen Menschen".

  10. 4.

    Hoffentlich hängen sie dann auch richtig herum (rot oben, lila unten) [bezugnehmend auf das TItelbild]

  11. 3.

    Was soll das...? Vor staatlichen Behörden gehört die Staatsflagge oder Länderflagge... Warum sollte jetzt, auch nur als Zeichen des Respektes, eine Regenbogenflagge vor öffentlichen Gebäuden hängen? Haben dann nicht auch viele andere Organisationen / Verbände / Lebensüberzeugungen / Friedensbewegungen und Glaubensgemeinschaften (nicht abschließend aufgezählt) somit auch Anspruch oder das "Recht" darauf, vor öffentlichen Gebäuden ihre Überzeugungen in Form einer Flagge für eine bestimmte Zeit aufhängen zu lassen? Außerdem ist das ein falsches Zeichen, Behörden haben unabhängig und neutral dem Bürger gegenüber zu stehen; hiermit wird eine Lebensüberzeugung zur Staatsraison erklärt, die nichts mit dem politischen Auftrag der Regierung - die sich ja für alle Bürger einzusetzen hat, zu tun hat. Meine Meinung - Weg damit...

  12. 2.

    Ich finde das schräg. Von mir aus ne weiße Fahne mit blauer Friedenstaube drauf zum Weltfriedenstag. Nur das gab's interessanterweise noch nie. Aber nun die Fahne einer sexuellen Minderheit, gehisst auf öffentlichen Gebäuden. Das bestätigt doch nur Vorurteile gegenüber einer linken Landesregierung und sorgt eben nicht für mehr Toleranz. Eher für ein paar zusätzliche AfD-Stimmen. Gut gemeint ist leider noch lange nicht gut gemacht.

  13. 1.

    Tolles Zeichen für Offenheit und Toleranz.

Das könnte Sie auch interessieren