Archivbild - Polizeibeamte auf dem Gelände der Polizeidirektion 2 in Berlin-Spandau. (Quelle: imago/Stefan Zeitz)

Abstand von bis zu 23 Monaten möglich - Schießübungen bei der Berliner Polizei stark eingeschränkt

Berlins Polizei hat immer noch viel zu wenige Schießstände, auch wenn die ersten nach Sanierung wiedereröffnet sind. Zwar ist ein Schießtraining pro Kalenderjahr vorgeschrieben, doch tatsächlich könnten bis zu 23 Monaten zwischen zwei Übungen vergehen.

Einzelne Beamte der Berliner Polizei haben möglicherweise seit mehr als einem Jahr nicht mehr die Nutzung ihrer Dienstwaffe trainiert. Das geht aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP hervor.

"Derzeitig absolvieren alle Waffenträgerinnen und Waffenträger der Polizei pro Kalenderjahr mindestens ein einmaliges Schießtraining", heißt es in der Antwort der Innenverwaltung auf die Anfrage des FDP-Abgeordneten Holger Krestel. Weiter heißt es: Das Schießtraining zum Nachweis der "Waffenträgereigenschaft" müsse einmal im Kalenderjahr erbracht werden. "Ein vorschriftenkonformer zeitlicher Abstand von bis zu 23 Monaten zwischen zwei Nachweisen ist damit möglich", so Innen-Staatssekretär Torsten Akmann.

Großteil der Schießanlagen kann nicht genutzt werden

In Berlin kann ein Großteil der Schießanlagen nicht genutzt werden. Zeitweise waren nur noch elf von 73 Schießbahnen in Betrieb. Hintergrund ist, dass die anderen Anlagen derzeit auf eine mögliche Gesundheitsgefahr untersucht werden oder sanierungsbedürftig sind

Im Oktober 2015 waren Missstände an Berliner Schießständen öffentlich geworden. Wie Recherchen des rbb-Politikmagazins Klartext ergaben, verfügten die meisten Anlagen über keine ausreichende Lüftung und wurden nicht ausreichend gewartet. Daher waren die Schützen Pulverdampf und giftigen Stoffen ausgesetzt. Besonders betroffen waren die Schießtrainer. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deswegen.

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1 Kommentare

  1. 1.

    Wer führt in Berlin als oberster Dienstherr die gesetzliche Dienstaufsicht über die Waffenträgereigenschaft der Polizei? Der unhaltbare Zustand scheint das Ergebnis jahrelanger Verschleppung durch verantwortliche Politiker auf höchster Ebene zu sein. Es wird Zeit, die Verantwortlichen beim Namen zu nennen. Mit inhaltslosen Produkten der "Sprechblasenindustrie" kann keine sichere Schusswaffenhandhabung zum Schutz der Bevölkerung und materieller Werte garantiert werden.

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