Ein Pbdachloser liegt auf der Straße neben einem pinken Fahrrad (Quelle: Emmanuele Contini)
Video: Abendschau | 12.08.2017 | Jade-Yasmin Tänzler

Hilferuf der Bahnhofsmission - Sozialsenatorin will Obdachlose mit Streetworkern erreichen

Nach dem Hilferuf der Berliner Bahnhofsmission hat Sozialsenatorin Elke Breitenbach zusätzliche Mittel zugesagt. Dass alle Obdachlosen psychologische Hilfe bräuchten, glaubt die Linken-Politikerin nicht. Stattdessen müssten mehr Streetworker eingesetzt werden.

Bei den anstehenden Haushaltsberatungen des Berliner Senats will Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) mehr Gelder für die Arbeit der Berliner Bahnhofsmission bereitstellen. Zusätzliche 160.000 Euro pro Jahr seien geplant, sagte die Senatorin am Samstag dem rbb. Damit reagierte Breitenbach auf den Hilferuf der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoologischer Garten. Wie die Mitarbeiter dort konkret entlastet werden können, ist aber noch offen.

Obdachlose oftmals psychisch krank

Der Leiter der Bahnhofsmission, Dieter Puhl, hatte Anfang der Woche erneut eine bessere krisenpsychologische Betreuung für Obdachlose in Berlin gefordert. Viele seien psychisch krank. Es fehle "eine solide psychiatrische Grundversorgung von zum Teil sehr erkrankten Menschen" sowie Beratungen, Motivation, Nachsorge und auch Kontrolle, schrieb Puhl auf Facebook.

Sozialsenatorin Breitenbach glaubt allerdings nicht, dass jeder Obdachlose eine psychologische Betreuung braucht. Auch wies sie die Forderung Puhls zurück, dass die sozialpsychiatrischen Dienste der Bezirke künftig auch die Bahnhofsmission versorgen sollten. "Ich glaube nicht, dass das funktioniert", sagte Breitenbach der rbb-Abendschau. "Da haben jetzt Dieter Puhl und ich tatsächlich auch eine Differenz." Stattdessen müsse im Bereich der Obdachlosen noch stärker mit Streetworkern und Sozialarbeitern gearbeitet werden, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen.

Essensausgabe erfolgt nur noch durchs Fenster

Die Bahnhofsmission am Zoo ist eine der wichtigsten Anlaufstellen für Obdachlose in Berlin und sieht sich zunehmend überfordert. Die Zahl der Hilfesuchenden pro Tag sei auf 700 angewachsen, viele hätten schwere Alkoholprobleme, hatte Stadtmission-Sprecherin Ortrud Wohlwend am Mittwoch gesagt.

Nachdem Mitarbeiter am vergangenen Wochenende erneut bedroht wurden, werde das Essen vorerst nicht mehr im Speisesaal serviert, sondern nur noch durch Fenster nach draußen gereicht. "Das soll auch ein Signal sein, dass sich etwas ändern muss." Es sei mehr dezentrale Sozialarbeit nötig, damit nicht alles in der Bahnhofsmission in der Jebensstraße kulminiere.

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Die kostenlose Ausgabe "weißer Salbe" ist billiger, bei gleichem Effekt.

  2. 11.

    ich sag dazu so wenn man entschließt die sucht zu bekämpfen,dann kann man ein geregeltes leben hinkriegen.

  3. 10.

    ...50 Percent der Obdachlosen in dieser Stadt kommen aus Osteuropa. Ich finde nicht , dass dies eine Schande für Deutschland ist. Wenn sie persönlich so betroffen davon sind , bei mir vorne an der Ecke ist ein Treffpunkt wo genau diese Leute abends ihr Bettelgeld versaufen. Wie wär`s , wenn sie den Einen oder Anderen einfach zu sich mit nach Hause nehmen, anstatt von Schande für Deutschland zu phantasieren. Danke.

  4. 8.

    ich sehe das Angebot der Bahnhofsmission sehr kritisch. Die Kleider Spenden werden in die Lehrterstr. verfrachtet und teilweise in Stadtmission Secondhand Läden verkauft. Mehrmals ist die Situation deswegen eskaliert, weil die Obdachlosen ein Kleidungsstück haben wollten. Es fehlt an Transparenz. Ich höre ständig klagen von den Obdachlosen, dass sie unwürdig und verachtend behandelt worden sind. Aber darüber schreibt niemand. Man sollte gut recherchieren und einen kritischen Artikel schreiben.

  5. 7.

    Es ist so traurig wie die Menschen in Deutschland leiden müssen.

  6. 6.

    Es darf erst nicht zur einer Obdachlosigkeit erst kommen, bei den SGB II /III mit den Sanktionen und Kürzungen und Drohungen und zwang.
    Das muss endlich und unbedingt verhindert und beendet werden. Jeder Mensch hat ein recht auf Obdach.
    Es müssen verstärkt Sozialwohnungen und Unterkünfte von der Bundesregierungen geschaffen werden und das sofort,
    denn der soziale Frieden ist somit gefährdet wie mann dann sieht. Kein wunder das die Menschen krank werden und dann nach Alkohol greifen weil Sie damit nicht klar kommen und um das überleben und Hunger kämpfen müssen.
    Eine Schande für Deutschland das ja so reich ist.

  7. 5.

    Diese wird aber die Leute wohl kaum vom trinken abhalten können. Die gehen nämlich einfach um die Ecke....Den Mitarbeiteern zusätzliche Helfer an die Hand geben, wäre auf jedenfall ein wichtiger Schritt!

  8. 4.

    Ich vermute, dass Alkoholmissbrauch und Gewalt die Symptome von Problemen sind, deren Lösung nur von Experten vorgenommen werden können. Jedenfalls, scheinen mir auch das Verkaufsverbot von Alkohol auf Bahnhöfen und die behördliche Überwachtung einer solchen Vorschrift, die richtigen Schritte zur Befriedung der Bahnhofsmission zu sein.

  9. 3.

    Statt Polizeipräsenz würde vielleicht schon mal ein Ende des Alkoholverkaufs auf den Bahnhöfen helfen. Das wäre ein sinnvoller Beitrag zu Prävention insbesondere für Kinder und Jugendliche, die die gewalttätigen Betrukenen im ÖPNV oft als bedrohlich erleben. Die Schilder in der BVG sind ein Witz, während gleichzeitig auf vielen Bahnhöfen die angeblich verbotenen Zigaretten und Spirituosen - häufig neben den Süßigkeiten - zum direkten Konsum angeboten werden.
    Sitzen Vertreter des Senats nicht im Aufsichtsrat der BVG?!
    Eine entsprechende Auflage bei Vermietung der Urbanis-Kioske dürfte leicht umsetzbar sein.

  10. 2.

    Ich arbeite in der Nähe der Mission, beobachte täglich, dass junge Osteuropäische junge Männer durch dauerhaften Alkoholkonsum zur Eskalation vor der Mission beitragen. Hier dteht sich alles nur um Gewalt und Alkoholexzesse.
    Dauerhafte Polizeipräsenz wäre sehr angebracht!!

  11. 1.

    Was wird dann mit dem gewonnenen Vertrauen der Menschen veranstaltet? Eine SGB II/ SGB XII-Party ohne Aussicht auf positver Veränderung? Und wieder folgt einer Improvision die nächste...

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