Open-Air-Installation "Beyond the Wall" auf der Westseite der East-Side-Gallery in Berlin (Quelle: imago/Thomas Lebie)
Video: Brandenburg aktuell | 13.08.2017 | Stephanie Teistler

56. Jahrestag - Berlin und Brandenburg gedenken der Opfer des Mauerbaus

Die Berliner Mauer war mehr als 28 Jahre lang das Symbol der deutsch-deutschen Teilung. Am Sonntag erinnerten Berlin und Brandenburg mit verschiedenen Gedenkveranstaltungen an die Opfer des Mauerbaus vor 56 Jahren.  

Politik und Opferverbände haben an den Bau der Berliner Mauer vor 56 Jahren erinnert. Kulturstaatsministerin Grütters sagte bei einer Gedenkveranstaltung in Berlin, an die Opfer der deutschen Teilung zu erinnern, sei ein elementarer Bestandteil der gesamtstaatlichen Erinnerungskultur. Die Arbeit der Gedenkstätten und Zeitzeugen habe einen entscheidenden Anteil daran, dass heute vor allem jungen Menschen die Werte Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vermittelt würden.

Der 13. August - ein "Datum des Unrechts"

Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) mahnte, die Teilung, der mit ihr verbundene Schmerz und das Leid vieler Menschen dürften nie in Vergessenheit geraten. Die Mauer bleibe ein bedrückendes Symbol für Unfreiheit, Diktatur und die Missachtung von Menschenrechten.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bezeichnete den Beginn des Mauerbaus am 13. August 1961 als "Datum des Unrechts". Dieses dürfe nicht in Vergessenheit geraten, betonte er am Sonntag. Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) betonte: "Die Menschen standen fassungslos dies- und jenseits der Grenze. Die Bilder und Erlebnisse haben sich bei vielen Menschen tief ins Bewusstsein gebrannt."

Gemeinsam mit dem Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (SPD), und Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) legte Grütters an der zentralen Gedenkstätte an der Bernauer Straße Blumenkränze nieder. Zuvor hatten sie in der Kapelle der Versöhnung an einer Andacht teilgenommen.

Knabe forderte neue Formen der Erinnerung

Der Direktor der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, plädierte anlässlich des Jahrestags dafür, die kommunistische Diktatur in der DDR weiter aufzuarbeiten und das Gedenken aufzuwerten. Hier müssten neue, moderne Formen der Erinnerung gefunden werden, sagte Knabe der "Nordwest-Zeitung" (Samstagsausgabe).

Der Generalsekretär der Bundes-CDU, Peter Tauber, betonte, die Berliner Mauer sei in die Geschichte als Zeichen für Unterdrückung eingegangen. Die Wiedervereinigung sei für viele Menschen weltweit ein Zeichen der Hoffnung. "Unser Land ist das beste Deutschland, das wir je hatten", so Tauber. Seine Parteikollege Florian Graf hat zum Jahrestag angemahnt, die Freiheit jeden Tag aufs Neue zu verteidigen. Mit dem Mauerbau habe das DDR-Unrechtsregime seine Menschenverachtung und seinen Willen zementiert, den eigenen Bürgern die Freiheit zu rauben, sagte der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Graf am Samstag.

Der AfD-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Georg Pazderski, nutzt den Gedenktag für eine Forderung: Berlin solle das ehemalige Polizeigefängnis an der Keibelstraße zu einem internationalen Gedenkort an die DDR-Diktatur ausbauen und die Planungshoheit dabei in die Hände des Abgeordnetenhauses legen. Dazu werde die AfD ein Gestaltungskonzept ins Parlament einbringen.

Mindestens 140 Mauertote

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der Berliner Mauer mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime. An der einstigen, knapp 1400 Kilometer langen deutsch-deutschen Grenze kamen nach einer wissenschaftlichen Untersuchung insgesamt 327 Menschen aus Ost und West um Leben.

Am 13. August 1961 hatte die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Mauer begonnen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 und teilte damit Berlin für insgesamt 28 Jahre.

Sendung: Abendschau, 13.08.2017, 19.30 Uhr

  • Warum wurde die Mauer gebaut?

  • Wie sah die Mauer aus?

  • Wie war der Mauerstreifen aufgebaut?

  • Wo verlief die Mauer durch Berlin?

  • Wie wurde die Mauer gesichert?

  • Wie viele Menschen versuchten, die Mauer zu überwinden?

  • Wie viele Menschen starben an der Mauer?

  • Was führte zum Fall der Mauer?

  • Was geschah unmittelbar vor dem Fall der Mauer?

  • Wie wurde die Mauer abgerissen?

  • Wie wird heute der Mauer gedacht?

  • Was ist von der Mauer geblieben?

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Es gab ein Abkommen der zunächst drei, später dann (mit Frankreich) vier Siegermächte, dass Deutschland als ein einheitliches Gebiet betrachtet werden soll. Dazu wurde seine Hauptstadt zwischen den vier Mächten aufgeteilt, der sowjetruss. Teil ca. 40 %, die anderen 20 % des Territoriums Berlins. Kein Teil Berlins gehörte besatzungsrechtlich zu irgendeinem Staat. Weder West-Berlin zur vorherigen Bundesrepublik Deutschland, noch Ost-Berlin zur DDR.

    Und ja, es gab Wohlverhalten, um die Sache nicht eskalieren zu lassen. Die Ausrufung von Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR war mit dem Vier-Mächte-Status Berlins ebenso unvereinbar wie die einseitige Grenzverschiebung Ost-Berlins in Richtung Hönow, um dort das Wohnungsprogramm zu realisieren. Gegen das Zweitgenannte wurde artig protestiert, weil das nebensächlich war, das Erstgenannte, die Ausrufung der Halbstadt zur Hauptstadt, wurde hingenommen.

    Der Preis für die Aufteilung Berlins war die Räumung Thüringens seitens der US-Armee.

  2. 18.

    "Aber dass damals schon jemand an eine totale Abriegelung Berlin-Wests gedacht hat, bezweifle ich."

    Gedacht haben im Sinne eines heute so erklärten Denkmodells, denke ich schon. Ob das gezielt so herbeigeführt worden ist, bleibt hingegen tatsächlich eine offene Frage.

    Auf jeden Fall gibt es Veränderungen der Koordinaten und die sind im Städtebau von Potsdam ziemlich klar ablesbar: Bis Mitte der 1950er Jahre am seinerzeitigen Hauptbahnhof im Zentrum der Stadt alle möglichen Ausbau- und Umbauvarianten. Am Ende der 1950er Jahre Hinwendung zum Stadtrand, zum Eisenbahn-Außenring. Im Zentrum der städtebauliche Plan von 1959: Städtebauliche Brechung der Achse nach Berlin. Weil das der "falsche Berlin" war, West-Berlin eben. Dafür nur eine Achse nach Norden und nach Westen.

  3. 17.

    @Enrico: Kein Grenzsoldat der DDR starb durch feindliche Angriffe. Deine Verherrlichung der DDR ist ja erschütternd. Ich dachte eigentlich nicht, das es heutzutage noch solche unbelehrbaren Menschen gibt. Ich habe mich geirrt.

  4. 16.

    Warum ?
    Er hat doch nur gesagt,was er bei den Bildern empfindet.
    Also ich kann die Aussage nach voll ziehen.

  5. 15.

    Wieviele Grenzsoldaten starben durch feindliche Angriffe? Diese Zahl fehlt im Text. In der Schule behandelten wir das. Die Teilung Berlins geschah durch die Westmächte, die Ihre Sektoren in Berlin besetzten und dort ihre Politik machten, obwohl Westberlin zur sowjetischen Besatzungszone gehörte. Die Ursache für die Massenflucht waren Fehler der SED-Politik und ideologische und ökonomische Angriffe vom Klassenfeind, wie Hetzsendungen im Radio und gezilete Abwerbung wichtiger Fachkräfte, deren Ausbildung der Arbeiter+Bauernstaat bezahlte und der Westen profitierte davon. Aber nicht nur die Massenflucht war ein Grund für die Sicherung der Staatsgrenze, sondern auch Sabotage und geheimdienstliche Tätigkeiten, DIebesgut, was in Westberlin verkauft wurde. Die Berlinier S-Bahn fiel oft aus, weil Kupferkabel geklaut und nach Westen verschoben wurden. Ich hatte durch die Mauer kein Leid. Im Gegenteil. Ich wuchs im Frieden auf, und die Produktion fiel nicht wegen geflohener Kollegen aus.

  6. 14.

    Kennedy wusste vor Beginn dess Mauerbaus, dass eine Mauer gebaut werden wird. Entweder einen Dritten Weltkrieg oder eine Mauer, das war die Bedingung der Sowjets. Darum schritt damals niemand gegen den Mauerbau ein.

    Westdeutschland hat den Bau der Mauer finanzieren müssen.
    Spätestens in der Rede von Ronald Regan am 12. Juni 1987 “Tear down this wall!”, war das Ende der DDR bereits besiegelt. Entsprechende Verhandlungen wurden zuvor mit allen Beteiligten geführt.
    Russland hatte damals selber wirtschaftliche Schwierigkeiten und wollte die DDR abstoßen, da sie nur noch als nutzloser Esser betrachtet wurde.

  7. 13.

    Bin zwar nicht direkt betroffen gewesen -durch Verwandschaft in der "Zone"...Doch als Schüler war es erschreckend solche Bedrohung zu erleben.Auch die TV-Berichte über Fluchtversuche oder Tunnelbauten konnten einem Angst machen!Dazu kam dann später der Wehrdienst mit den Raketenzielen im Osten -wobei man ja nur eine Spiegelung der Ziele auf Westdeutschland zu machen brauchte -um zu wissen,daß ganz Deutschland "weg" sein würde!Ich habe später einige Erlebnisse und Berichte mitbekommen,die ich kaum glauben konnte- bis ich eine Tagestour nach Schwerin mitmachte!
    Dort war die Zeit in den 50ern stehen geblieben...wofür die Bürger aber auch nichts konnten!
    Die Nord / Südkorea-Grenzmauer besteht noch immer ...und bleibt ein Gefahrenherd für die Welt!

  8. 12.

    Dass der neue Potsdamer Hauptbahnhof deshalb gebaut wurde, um die direkte Einreise nach Berlin-West zu erschweren, mag ich auch glauben. Aber dass damals schon jemand an eine totale Abriegelung Berlin-Wests gedacht hat, bezweifle ich. Der Mauerbau erfolgte ziemlich spontan, nachdem Nikita Sergejewitsch dem Genossen Walter ultimativ klargemacht hat, dass er definitiv die Abwanderung von Hunderttausenden DDR-Bürgern in den Westen zu unterbinden habe, da sonst eines Tages die Russen und das ostdeutsche SED-Politbüro allein in der DDR wohnen würden. Es ist bis heute nicht eindeutig geklärt, ob Walter aus Moskau die Genehmigung oder gar den Befehl zum Mauerbau erhalten hat. Vielmehr ist anzunehmen, es ist ihm gar nichts anderes mehr übrig geblieben, wenn er Chrustschows Aufforderung, die Massenflucht zu stoppen, befolgen sollte. Wie gesagt, es war ein grausames Kapitel deutsch-deutscher Geschichte, und es ist gut, dass es nicht vergessen wird.

  9. 11.


    Dein Kommentar ist einfach nur daneben !!!
    Es zeigt, wie oberflächlich und egoistisch Du bist.
    Schon mal darüber nachgedacht, dass es Tote gegeben hat, die heute noch betrauert werden ?

  10. 10.

    ALS BEIM GLAUBENSBEKENNTNIS
    der Hahn auf der Kirchturmspitze dreimal laut und vernehmlich krähte,
    setzte für Sekunden betroffenes Schweigen ein.

    Und hätte nicht die Orgel,
    die plötzliche Stille für sich nutzend, ihren Sturm entfacht, und hätte nicht ein etwas hastiger Segen die Wogen wieder geglättet, vielleicht hätte dieser Moment eine Frage geboren.

    So wurde es ein Sonntagvormittag, wie jeder andere.

    Ignaz Barz

  11. 9.

    Handstreichartig war das nicht, vielmehr Jahre vorher geplant. Es mussten nur gewisse "Vorleistungen" erbracht werden. Eine dieser "Vorleistungen" war der Bau eines neuen Potsdamer Hauptbahnhofs mitten im Wald und draußen vor den Toren der Stadt. Dazu bedurfte es der Dammschüttung durch den Templiner See von Potsdam, um den Eisenbahn-Außenring zu vervollständigen, das war im Jahr 1958.

    Genannt wurde der sechsgleisige Kreuzungsbahnhof zunächst "Potsdam-Süd". Zwei parallele Gleise in der Straßenbahnschleife sorgten dafür, dass im 2-Minuten-Takt Straßenbahnen abfahren konnten. 1958 wohlgemerkt.

    1961, nach dem Mauerbau, hieß "Potsdam-Süd" dann "Potsdam Hauptbahnhof". Denn dafür war er bestimmt und auch qualitätsmäßig war er bahnbrechend. Nur eben am falschen Ort. - Der existierende Potsdamer Hbf. fiel unterdes in den Dornröschenschlaf. Das war schon bei der Umbauplanung 1959('!) so angelegt worden: Ohne ÖPNV-Halt oben auf der (Langen) Brücke.

  12. 8.

    Mauer = Berlin

    Aber die Teilung Deutschlands fand nicht nur in Berlin statt. Und die teilweise perversen Einrichtungen wie Selbstschussanlagen gab es auch nicht in Berlin.

    Die Trennung der Besatzungszonen war die Folge davon, dass die Welt gegen den deutschen Faschismus vorging, und mit dem Sieg zwei Systeme aufeinander prallten.

    Sicher hat hier Berlin Symbolcharakter. Jedoch sollten die Opfer der Trennung in den Vordergrund rücken. Den diese haben ihren Heldenmut mit dem Leben bezahlt.

  13. 7.

    Zum Dank wurden die Hauptschuldigen nicht behelligt sonder mit Dank in die Freiheit entlassen!

  14. 6.

    Bei der ausdrücklichen Hervorhebung der Zahl der Mauertoten droht, das Eigentliche zu verschwinden: Wie absurd es ist, eine vielfach verwobene Stadt mit Straßen, mit U-Bahnen und S-Bahnen nahezu hermetisch zu teilen. Der vormalige Verlauf der Mauer sollte nicht im Spektakel enden, sondern in Bedacht und individuell begangen werden. Ebenso bspw. auch der vormalige "Mäusetunnel" zwischen der U 2 und der U 6 in Stadtmitte. Was bedeutet das, dass diese Häuserzeile in der erklärten einen Stadt, die gegenüberliegende Häuserzeile in der erklärten anderen Stadt liegt? Was bedeutet das, wenn eine U-Bahn am Alex durchfährt, weil sie "der falschen Seite" angehört? Eine Halbstadt ist eine Halbstadt und nicht eine Stadt, schon garnicht eine Hauptstadt.

    Städte sind eins, sie sind aus einer Wurzel entstanden und es ist pure Ideologie und pures Machtgebaren, sie zu zerteilen. Die Teilung wird gehen und das Eine wird entstehen, überall. Nicht nur im vormals geteilten Berlin ...

  15. 5.

    Die Berliner gedenken ?
    Wenn man die Bilder vom Gedenken sieht,so gut wie niemanden interessiert dieses Datum heute.
    Es war schönes Wetter und die Berliner waren wohl woanders.
    Die Politeliten sollten mal darüber nachdenken.

  16. 4.

    Der Vergleich mit den EU-Grenzen ist absurd. Es zeugt von grosser Unkenntnis über beide Situationen.

  17. 3.

    So paradox es klingt: Die Mauer hat den Frieden in Europa bewahrt. Wenn die "DDR" ausgeblutet und damit politsch instabil geworden wäre, was wäre dann wohl die Folge gewesen? Die Sowjets hätten eingegriffen und irgendwann hätte es dann an der Demarkationslinie gefunkt. Ich denke, diese handstreichartige Aktion des weiß Gott nicht dümmlichen Walter Ulbricht hat Europa vor einem 3. Weltkrieg bewahrt. So unmenschlich, wie das Ganze für den Einzelnen gewesen ist.

  18. 2.

    Wieviele Tote gibt es denn jedes Jahr an den EU-Grenzen?
    2015 = 3.771
    2016 = 5.022
    im Jahr 2017 = bisher mindestens 2.000
    Wird denen denn auch eine Gedenkstätte eröffnet, oder ihnen Gedacht?

  19. 1.

    Ich finde die neue Mauergestaltung sehr gut gelungen, denn ich kenne die furchteinflößende Grenzgestaltung der DDR in Berlin und auch anderso noch gut aus eigener Erfahrung. Die bisher stehengelassenden Mauerreste konnten bei keinem Außenstehendem bislang den ursprunglichen Angsteindruck erzeugen. Erst mit der neuen Gestaltung, in der aufwendig alte Bilder von agierenden Soldaten der Grenztruppen der DDR gezeigt werden, versucht man die ursprüngliche Drohhaltung dieser schrecklichen Mauer wieder zu zeigen. So etwas sollte sich nicht wiederholen. Daher darf man es nicht vergessen oder verharmlosen!
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