Hilfe für Bedürftige - Berliner Tafel feiert ihren 20. Geburtstag

1993 hatte Sabine Werth eine großartige Idee - am Donnerstag konnte sie mit 600 meist ehrenamtlichen Helfern einen runden Geburtstag feiern: Seit 20 Jahren gibt es die Berliner Tafel, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt.

Die karitative Einrichtung "Berliner Tafel" konnte am Donnerstag einen runden Geburtstag feiern, vor genau 20 Jahren wurde sie gegründet. Derzeit versorgt die Tafel 320 soziale Einrichtungen und 45 Lebensmittel-Ausgabestellen für Bedürftige in der Stadt.

Die Lebensmittelspenden werden nicht nur von Obdachloseneinrichtungen benötigt, sondern auch von anderen sozialen Organisationen der Stadt. Egal ob Frauenprojekte, Kinderzentren, Frühstücks- oder Mittagsangebote für Arbeitslose. Laut eigenen Angaben erreicht die "Berliner Tafel" rund 125.000 Menschen mit gespendeten Nahrungsmitteln. Das System basiert nicht auf großen Sponsoren oder Fördergeldern, sondern funktioniert vor allem dank vieler kleiner Spenden und Mitgliedsbeiträge - und der rund 600, zumeist ehrenamtlichen Helfer.

Sabine Werth, Gründerin der Berliner Tafel (Quelle: dpa)
Sabine Werth ist eine der Initiatorinnen der "Berliner Tafel".

Unverkaufte Lebensmittel für andere verfügbar machen

Die "Berliner Tafel" war bei ihrer Gründung bundesweit die erste Einrichtung ihrer Art - eine Idee mit großer Wirkung, denn mittlerweile gibt es mehr als 900 Tafeln in ganz Deutschland.

Der Verein "Initiativgruppe Berliner Frauen e. V." war über einen Vortrag auf das Konzept aufmerksam geworden, das damals bereits in Amerika praktiziert wurde. Die Berliner Frauen suchten daraufhin den Kontakt zu Händlern, um an Lebensmittel heranzukommen, die nicht mehr verkauft werden können, aber noch zum Verzehr geeignet sind.

Die Gründerin der Tafel, Sabine Werth, betrachtet die Tafeln allerdings nicht als Waffe im Kampf gegen die Armut. "Wir sind nie angetreten, um die Armut zu beseitigen," sagte Werth dem rbb. "Wir leisten hiermit keine Sozialarbeit - was wir tun, ist den Finger in die Wunde legen."

Es ginge darum, die Politik darauf aufmerksam zu machen, wo die Probleme in dieser Gesellschaft liegen, so Werth weiter. Die langen Schlangen, die sich vor den Tafeln bildeten, hätten überhaupt erst eine echte Debatte über das Armutsproblem ins Deutschland ausgelöst.

Das "Kimbamobil" ist die mobile Küche der Berliner Tafel - ein umgebauter BGV-Bus. (Quelle: dpa)
Im "Kimbamobil" lernen Kinder die Grundlagen gesunder Ernährung.

Mobile Küche im umgebauten Bus

Um bedürftigen Menschen zu helfen, entwickelt die "Berliner Tafel" auch weiterhin neue Ideen. Ein aktuelles Beispiel ist das "Kimbamobil", eine mobile Küche für Kinder und Jugendliche, die in einem umgebauten BVG-Bus eingerichtet wurde. So können Schulen und andere Einrichtungen für Projekte und Aktionstage direkt angefahren werden.

In der Küche des "Kimbamobil" lernen Kinder und Jugendliche, wie sie selbst gesunde Gerichte zubereiten können - und nebenbei, was es heißt, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Die Zutaten, die im Bus verwendet werden, bestehen fast ausschließlich aus gespendeten Bio-Nahrungsmitteln.