Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) übergibt die Gründungsunterlagen für die neue Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg am 01.07.2013 an den Gründungsbeauftragten Birger Hendriks in Cottbus (Brandenburg). (Bild: dpa)

Neue Hochschule eröffnet - Wissenschaftsministerin Kunst verteidigt Neugründung der BTU

Anlässlich der Eröffnung der neuen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) hat Wissenschaftsministerin Sabine Kunst die Neugründung verteidigt. Mitarbeiter und Studenten protestierten.

Anlässlich der Eröffnung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) hat Wissenschaftsministerin Sabine Kunst die Neugründung am Montag verteidigt. Zum Gründungsbeauftragten bestellte sie den Juristen Birger Hendriks.

Die umstrittene Fusion der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus und der Hochschule Lausitz ist vollzogen. Am Montag verschmolzen beide Hochschulen zur neuen BTU Cottbus-Senftenberg.

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) bestellte den Beauftragten der Landesregierung für die Hochschulregion Lausitz, Birger Hendriks, zum Gründungsbeauftragten der BTU Cottbus-Senftenberg. Der ehemalige Kieler Hochschulexperte begleitet die Hochschulfusion seit Februar. Er soll die neue Universität bis zur Wahl eines Präsidenten leiten.

BTU-Studenten protestieren gegen die Hochschulfusion (dpa, 10.04.2013)
Offener Protest von Studenten, Mitarbeitern und Fakultäten begleitete die Neugründung.

Eilantrag gescheitert - Volksbegehren läuft noch

Die neue Universität hat wie beide Vorgänger-Einrichtungen etwa 10.000 Studenten. Auch die Professoren und Mitarbeiter sollen übernommen werden. Gegen die Auflösung der beiden Hochschulen hatten Studenten und Mitarbeiter in den vergangenen Monaten immer wieder protestiert.

Auch am Montag zogen zum Zeichen der Ablehnung etwa 150 schwarzgekleidete Studenten und Mitarbeiter der BTU in einem Trauermarsch durch die Cottbuser Innenstadt.

Die Ministerin dagegen verteidigte die Neugründung: Es habe in der Vergangenheit sehr viel Zeit für Diskussionen gegeben, sagte Kunst dem rbb. Auch jetzt gebe es noch die Möglichkeit, verschiedene Änderungen einzuarbeiten. Den anhängigen Klagen räumte sie jedoch kaum Chancen ein.

Die Gegner der Hochschulfusion kämpfen weiter. Zwar scheiterten sie jüngst mit Eilanträgen beim Landes- beziehungsweise beim Bundesverfassungsgericht gegen die Neugründung. Doch über das Hauptverfahren wird noch entschieden. Zudem läuft noch bis zum 9. Oktober ein landesweites Volksbegehren zum Erhalt der BTU Cottbus und der Hochschule Lausitz.

Aus Protest gegen die Fusion veranstalteten BTU-Studenten bis zur Eröffnung der neuen Uni eine Mahnwache auf dem Campus. In einem Sarg wurde die aufgelöste BTU beim Besuch der Ministerin symbolisch zu Grabe getragen.

Fusion soll Uni wettbewerbsfähig machen

Kunst trieb die von der rot-roten Koalitionsmehrheit beschlossene Reform gegen alle Widerstände voran. Sie argumentiert, die Lausitzer Hochschullandschaft solle durch die Verschmelzung angesichts Fachkräftemangels und sinkender Bevölkerungszahlen zukunftssicher und fit für den Wettstreit mit den Hochschulen in Berlin, Dresden und im sächsischen Freiberg gemacht werden.

Die Hochschule Lausitz schwenkte auf den Reformkurs ein. Ihr Präsident Günter Schulz sieht die Neugründung gewappnet für den demografischen Wandel. Reformgegner wie der BTU-Präsident Walther Zimmerli hingegen sprechen von einem "riskanten Experiment", dass die Freiheit der Wissenschaft und der Hochschulautonomie verletze.