
Markov erwartet sogar etwas mehr Geld - Brandenburg profitiert vom Zensus
Zwar hat Brandenburg nach der jüngsten Volkszählung weniger Einwohner als gedacht, profitiert aber voraussichtlich trotzdem finanziell. Anders als Berlin erhalte Brandenburg aller Wahrscheinlichkeit nach nicht weniger, sondern etwas mehr Geld aus dem Länderfinanzausgleich.
Im Potsdamer Landtag wies Finanzminister Helmuth Markov (Linke) am Donnerstag darauf hin, dass die Einwohnerzahl, keinen negativen Einfluss auf die Geldströme zwischen den Ländern habe. Markov begründete das damit, dass die statistische Schrumpfung ungefähr im Bundesschnitt liege.
Für die Berechnung des Finanzausgleichs ist die Bevölkerungszahl entscheidend. Der Anteil der brandenburgischen an der bundesdeutschen Bevölkerung sei leicht von 3,055 Prozent auf 3,062 Prozent gestiegen.

Berlin denkt über Steuererhöhung nach
SPD-Fraktionschef Raed Saleh unterstützt in der Diskussion um höhere Einnahmen eine Anhebung der Grunderwarbsteuer von 5 auf 6 Prozent. Mit den zu erwartenden Milliarden-Einbußen nach der Volkszählung stehe Berlin vor einer Zäsur und die Politik müsse handeln, sagte Saleh am Donnerstag bei einem Treffen mit dem Berliner Mittelstand.
Zum Ausgleich der Mindereinnahmen forderte der SPD-Politiker einen Maßnahmenmix: Harte Ausgabedisziplin, Erhöhung der Einnahmen und kommunalen Einfluss auf die Wasser- und Stromversorgung.
Auch Grüne unterstützen höhrere Grunderwerbsteuer - die CDU nicht
Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop signalisierte ebenfalls Unterstützung. "Über eine moderate Erhöhung der Grunderwerbsteuer kann man reden, wenn am damit eine soziale Wohnungspolitik und die Infrastruktursanierung finanziert werden."
Kritik gibt es aus der CDU: Der Bundestagsabgeordnete Frank Steffel bezeichnete eine Erhöhung als "das völlig falsche Signal zur falschen Zeit". Sie träfe Familien und Menschen, die in die Altersvorsorge investierten. Wenn der Koalitionspartner CDU Steuererhöhungen ablehne, müsse er konkret sagen, wo Ausgaben eingespart werden könnten, forderte Saleh.
