
Neue Türme und sanierte Kultbauten - Aufbruch in der City West
Die "City West" putzt sich raus: Neben dem schmuddeligen Bahnhof Zoo steht bereits das neue Luxus-Hotel Waldorf Astoria, bald macht das grundsanierte Bikini-Haus auf. Und auch der ohnehin schicke Ku'damm wird bald noch schicker.
Berlin, Bahnhof Zoo. Am Hardenbergplatz ein schmuckloses Bürogebäude, ein paar Meter weiter das schmuddelige Beate-Uhse-Haus. Und mittendrin - schlank, schick und 118 Meter hoch - das "Zoo-Fenster" mit dem Waldorf Astoria-Hotel. Der nächste Glanzpunkt ist nur einen kurzen Spaziergang entfernt: Das rundum sanierte Haus Cumberland am Ku'damm, mit edlen Wohnungen, Nobel-Restaurant und Läden hoher Preisklasse.
Die City West blüht auf. Eine willkommene städtebauliche Abwechslung für die BER-geplagten Berliner. Doch Gottfried Kupsch überrascht das keineswegs. "Das sind alles Gebäude, die in einer völlig intakten Infrastruktur entstehen", sagt der Vorstand der AG City, einer Art Lobby von Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden rund um den Ku'damm. "Es ist alles vorhanden in der Ecke: U-Bahnen, Busse, viele kleine Läden. Eine wunderbare Mischung aus wohnen, arbeiten, Entertainment, Restaurants. Diese Mischung macht die Attraktivität aus."
Bikini-Haus soll Ende 2013 die Gerüst-Hüllen fallen lassen
Und die Anziehungskraft der City West nimmt weiter zu. 300 neue Läden machen Kupsch zufolge jedes Jahr rund um den Ku'damm auf, Tendenz steigend.
Auch im neuen Bikini-Haus am Zoo soll es viele Geschäfte geben. Außerdem Hotel- und Büroräume. "Wir haben hier wirklich die Verzahnung von Innenstadt und Zoo", schwärmt Charlottenburgs Baustadtrat Marc Schulte. "Wo gibt es das in einer Milionenstadt, dass man auf der einen Seite den Zoo und auf der anderen Seite einen belebten Platz wie den Breitscheidtplatz hat?" Das Bikini-Haus soll im Herbst 2013 fertig sein. Etwas später auch die Gedächtniskirche direkt gegenüber, die seit vielen Monaten hinter der grauen Bauverkleidung nur zu erahnen ist.
"Upper West" und Ku'damm Karre: Neu- und Umbau
Daneben wartet schon das nächste Großprojekt: Mit dem "Upper West" bekommt das Zoo-Fenster einen Nachbarn auf Augenhöhe. Es ist genauso hoch und ist mit seiner schlanken, kurvig-gewölbten Form ein echter Blickfang. Auch hier gibt es Platz für Hotel-, Gewerbe- und Büroräume, bis 2016 soll alles fertiggestellt sein. Mit dem Wunsch, dort auch Wohnungen zu schaffen, konnte sich der Bezirk allerdings nicht durchsetzen.
Die gibt es stattdessen ein paar hundert Meter weiter am Ku’damm, Ecke Uhlandstraße. Dort wird ein bestehendes Bürogebäude in einen Wohnturm umgewandelt. Derzeit wird es von den beiden Theatern im sogenannten Ku’damm Karree verdeckt, doch ihnen droht der Abriss. Allerdings bietet auch der neue Komplex - hell, modern und geschwungen gestaltet - Platz für eine Bühne, darüber hinaus für Wohnen und Geschäfte. Das sei aber "keine klassische Einkaufs-Mall", sagt Baustadtrat Marc Schulte. "Ich bin draußen, und es werden auch offene Brücken geschaffen, damit man die Architektur sehen kann." Das vom britischen Star-Architekten David Chipperfield entworfene Gebäude soll allein schon den Besuch wert sein, nicht nur die dortigen Geschäfte.
Jetzt hofft Marc Schulte, dass es bald losgeht. Die Investoren haben jedenfalls angekündigt, bereits nächstes Jahr die Bestandsgebäude abzureißen, um Platz zu schaffen für ein neues Ku'damm Karree.



