Kommentar - Bitte keine neue Länderfusionsdebatte!

Berlin und Brandenburg – zwei Bundesländer, die eng miteinander verflochten, aber eben doch nicht eins sind. 1996 scheiterte der Versuch einer Fusion, weil sich die Brandenburger mehrheitlich dagegen aussprachen. Seitdem aber wird die Frage mit schöner Regelmäßigkeit alle Jahre wieder diskutiert.Thorsten Gabriel hält das für ziemlich kontraproduktiv.

Puh, ist schon wieder Sommerloch?! Nee, oder? Ist doch Herbst! Jetzt nicht schon wieder über die Länderehe diskutieren – es nervt! Wirklich! Und zwar nicht, weil es unvernünftig wäre, Berlin und Brandenburg zu vereinen. Nein, es gibt viele gute Gründe dafür. Nur: Diese vielen guten Gründe erzählen wir uns jetzt seit fast zwanzig Jahren rauf und runter. Genauso wie die Hinderungsgründe. Alles ist von allen gesagt. Und zwar mehrfach.

Und nun also die Stiftung Zukunft Berlin. Wieder einmal. Ja, es ist irgendwie ihr Job, das zu tun, natürlich. Und dass es ihr mal wieder gelungen ist, das Thema prominent in den Medien zu spielen, ist ein PR-Erfolg, zu dem man ihr nur gratulieren kann. Das Problem ist nur: Einer Fusion bringt es die Länder keinen Millimeter näher. Wirklich nicht.

Im Gegenteil! Denn man kann es drehen und wenden wie man will. Um aus zwei eins zu machen, müssen nicht nur ein paar Mandats- und Amtsträger in Parlamenten, Rathäusern und Parteien einsichtig gestimmt werden, sondern das letzte Wort haben, wie auch schon vor 17 Jahren, wir alle, die Berliner und Brandenburger. Und uns überzeugt man nicht durch die 90. angezettelte Debatte mit den immergleichen Argumenten und Ideen.

Nein, es führt kein Weg daran vorbei: Das Zusammengehen bleibt ein langer Weg mit kleinen Schritten. Immer mehr miteinander abstimmen, immer mehr gemeinsam tun, immer weniger konkurrieren. Und irgendwann, wenn man im Alltag gefühlt längst eins ist, dann ist der Schritt zur Ehe nur noch ein kleiner. Aber noch sind wir nicht soweit.

Ein Kommentar von Thorsten Gabriel