Protest von Autobahn-Gegner gegen die Verlängerung der A100 in Berlin-Neukölln (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 13.11.2016 | Ulli Zelle

Protest gegen Autobahn-Verlängerung - A100-Gegner blockieren Auffahrt an der Grenzallee

Vor dem Hintergrund der rot-rot-grünen Koalitionsverhandlungen wird wieder um die A100 gestritten: Umweltschützer und Anwohner fordern, die Verlängerung nach Treptow zu stoppen. Am Sonntag haben sie sich zum kreativen Protest an der Autobahn-Auffahrt Grenzallee getroffen.

Rund 100 Autobahn-Gegner haben am Sonntagnachmittag gegen den Weiterbau der A100 protestiert. Nach Angaben des "Aktionsbündnis A100 stoppen!" wollten sie am Dreieck Neukölln die Auffahrt Grenzallee zeitweise dichtmachen. Dabei wollten sie tanzen, jonglieren oder den Asphalt bemalen.

A100 ließ sogar rot-grüne Koalitionspläne scheitern

"Wir fordern von der neuen Berliner Koalition eine Wende hin zu einer nachhaltigen, menschengerechten und ökologischen Stadtentwicklung und Verkehrspolitik", sagte Tobias  Trommer vom Aktionsbündnis. Nach Angaben der Berliner Polizei ging die Protestaktion gegen halb vier zuende und verlief ohne Zwischenfälle.

Die zentrale Forderung der Aktivisten lautet, den laufenden Bau des 3,2 Kilometer langen Autobahnabschnitts von Neukölln zum Treptower Park umgehend zu stoppen und die Trasse bereits an der Sonnenallee enden zu lassen. Der Weiterbau der A100 hatte schon 2009 und dann noch einmal 2011 die Gemüter erhitzt. Bereits in der rot-roten Koalition unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatten die Linken einen Weiterbau vehement abgelehnt. 2011 führte die A100 dann sogar zum Scheitern rot-grüner Koalitionsgespräche, da auch die Grünen gegen einen Weiterbau waren. Stattdessen kam es zur großen Koalition zwischen SPD und CDU, und im Mai 2013 erfolgte der erste Spatenstich für den umstrittenen 16. Bauabschnitt. Damit soll die Stadtautobahn vom Dreieck Neukölln bis zum Treptower Park verlängert werden. Die Fertigstellung ist für 2021/22 geplant.

Eine Baustelle beim Weiterbau der A100 neben der Grenzallee in Berlin-Neukölln (Quelle: Archivbild dpa von 2014/Daniel Naupold)
Weiterbau der A100 parallel zur Grenzallee

Bund will A100 bis Frankfurter Allee verlängern

In den rot-rot-grünen Koalitionsverhandlungen, die nach der Abgeordnetenhauswahl im September 2016 aufgenommen wurden, waren sich die drei Parteien einig, den bereits im Bau befindlichen Abschnitt auszuklammern. In der bis 2021 reichenden Legislaturperiode will das Bündnis keine weitere Verlängerung der A100 ins Auge fassen. Am Treptower Park soll der Autobahnbau demnach so abgeschlossen werden, dass man ihn dort auch komplett beenden könnte. Weitere Bauabschnitte sollen in den nächsten fünf Jahren erst einmal nicht geplant werden.

Doch der Bund als oberster Bauherr ist anderer Meinung. Das Verkehrsministerium will auch den 17. Bauabschnitt realisieren und die A100 bis zur Frankfurter Allee verlängern. Die derzeit in Bau befindliche Verlängerung sei nur sinnvoll, wenn auch der nächste, 4,3 Kilometer lange Bauabschnitt realisiert wird, argumentieren die Bundesplaner. Erst dann würde sich "die angestrebte vollständige Verkehrswirkung entfalten".

Virtueller Flug über den ebenfalls geplanten 17. Bauabschnitt der A100

Intro zur A100VR-App (Quelle: Lokaler / rbb)

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