Zum Start der Kampagne "Ham' Se noch wat frei?", mit der der Berliner Kirchentag private Unterkünfte für Teilnehmer sucht, steht am 10.01.2016 ein Bett im Roten Rathaus. (Quelle: rbb/Ulrike Bieritz)

Kampagne "Ham' Se noch wat frei?" gestartet - Berliner Kirchentag sucht tausende Privatquartiere

Wenn Ende Mai der Berliner Kirchentag stattfindet, sollen nicht alle Teilnehmer in Hotels oder Schulen unterkommen. Die Organisatoren suchen für rund 15.000 Gäste auch private Unterkünfte - und das muss nicht unbedingt ein eigenes Gästezimmer sein.

Für die Besucher des Evangelischen Kirchentags Ende Mai in Berlin werden rund 15.000 Privatquartiere gesucht. Unter der Überschrift "Ham' Se noch wat frei?" fordert der Kirchentag die Hauptstädter auf, Gästen eine Schlafgelegenheit und ein Frühstück zu spendieren.

"Eine Liege und ein kleines Frühstück reichen völlig aus"

Wer einen Besucher des Glaubensfestes aufnehmen wolle, brauche nicht unbedingt ein Gästezimmer, sagte Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au am Dienstag zum Start der Privatquartier-Kampagne. "Ein Bett, ein Sofa oder eine Liege und ein kleines Frühstück am Morgen reichen völlig aus."

Kirchentag erlebe man in Gemeinschaft, betonte Aus der Au. Viele Besucher wollten auch die Stadt und die Berliner kennenlernen. Durch die Übernachtung in Privatquartieren würden Beziehungen geknüpft und entstünden bereichernde Begegnungen, so die Präsidentin des Kirchentags.

Kirchentag will genau prüfen, wer zusammenpasst

Der evangelische Landesbischof Markus Dröge ist zuversichtlich, dass die 15.000 Betten gefunden werden. Die Berliner seien an Gästen aus Deutschland und der weiten Welt interessiert, so Dröge. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zeigte sich überzeugt, dass vom Berliner Kirchentag ein positives Signal in die Welt hinausgehen werde.

Eine automatische Zuteilung von Gastgebern und Gästen soll es nicht geben. Es werde genau geprüft, wer zusammenpasse, erklärte Generalsekretärin Ellen Ueberschär. 180 Ehrenamtliche in den  Kirchengemeinden kümmern sich in den kommenden Wochen um die Privatquartiere. Dort möchten die Kirchentag-Organisatoren vor allem Familien, ältere Teilnehmer, Menschen mit Behinderung und internationale Gäste unterbringen.

Aufruf richtet sich auch ans Umland

Beim Kirchentag sind vom 24. und 28. Mai rund 2.500 Veranstaltungen in Berlin, Potsdam und Wittenberg geplant; es werden 140.000 Teilnehmer erwartet, von denen die meisten in Hotels, Schulen und Jugendherbergen unterkommen. Der große Abschlussgottesdienst sollen in Wittenberg stattfinden - der Stadt, an der vor 500 Jahren die Reformation ihren Anfang nahm.

Die evangelischen Kirchentage werden alle zwei Jahre im Wechsel mit den Katholikentagen in jeweils anderen Städten organisiert. Der Aufruf der Veranstalter, Gästen Betten anzubieten, richtet sich auch an Menschen im Berliner Umland.

Mit Informationen von Ulrike Bieritz

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