
Vorbereitungen zum 25. Jahrestag des Mauerfalls - Seibert weist Wowereit-Kritik zurück
Es gebe in Deutschland keine "staatliche Geschichtspolitik" - mit diesen spitzen Worten hat Regierungssprecher Seibert die Kritik des Regierenden Bürgermeisters Wowereit gekontert, die Bundesregierung zeige kein Engagement zum Mauerfall-Jubiläum. Dennoch sagte der Bund Unterstützung für das Spektakel zum 9. November zu.

Die Bundesregierung wird daran mitwirken, das 25-jährige Jubiläum zum Fall der Mauer im kommenden November "würdig" zu begehen. Das versicherte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch vor der Bundespressekonferenz.
Seibert reagierte damit auf Kritik von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Der hatte erklärt, bislang habe die Regierung noch nicht erkennen lassen, inwieweit sie das Jubiläum des Mauerfalls besonders begehen möchte.
Seibert wies die Kritik mit den Worten zurück, es gebe in Deutschland keine "staatliche Geschichtspolitik". Um die verschiedenen Gedenkfeiern in diesem Jahr - neben dem Mauerfall die Erinnerung an 100 Jahre Beginn des Ersten Weltkriegs und 75 Jahre Beginn des Zweiten Weltkriegs - kümmere sich das Auswärtige Amt.
Die Berliner Pläne zum Mauerfall-Jubiläum
Zum 25. Jubiläum des Mauerfalls im November plant Berlin eine gigantische Lichtinstallation. Eine rund zwölf Kilometer lange Kette aus erleuchteten, mit Helium gefüllten Ballons soll entlang des ehemaligen Verlaufs der Grenze angelegt werden. Drei Tage lang sollen die Ballons innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings zu sehen sein. Die Kulturprojekte Berlin Gmbh, die die Feier im Auftrag des Senats veranstaltet, stellte ihre Pläne am Montag vor.
Programm soll Anfang März vorgestellt werden
Am Abend des 9. November, dem Jahrestag des Mauerfalls, sollen 10.000 Besucher eine Menschenkette entlang der schwebenden Ballons bilden. Am Ende werde die ehemalige Teilung Berlins "mit Hilfe der aufsteigenden Ballons symbolisch erneut überwunden", heißt es in der Beschreibung des Projekts.
Die Ballons sollen an fünf Orten besonders spektakulär inszeniert werden: Am Brandenburger Tor, an der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße, am Checkpoint Charlie, der Oberbaumbrücke und der Böse-Brücke am ehemaligen Grenzübergang in der Bornholmer Straße.
Die Feier zum Mauerfall im November wird in diesem Jahr nicht die einzige in Berlin bleiben - in den kommenden Wochen soll die Kulturprojekte Berlin GmbH gemeinsam mit der Stiftung Berliner Mauer und der Robert-Havemann-Gesellschaft ein Programm zum Gedenkjahr "25 Jahre Mauerfall" entwickeln. Zur Internationalen Tourismusbörse (ITB) Anfang März soll das Programm vorgestellt werden.



