Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und seine Frau Susanne am Tag der Bundestagswahl 2013 in ihrem Wahllokal in Forst (Quelle: dpa)

4,6 Millionen Wahlberechtigte in der Region - Berlin und Brandenburg mit höherer Wahlbeteiligung

In Berlin und Brandenburg sind bei der Bundestagswahl mehr Menschen zur Wahl gegangen als 2009. Bis zum Nachmittag gaben deutlich mehr Menschen ihre Stimme ab.

Die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl ist in Berlin und Brandenburg leicht gestiegen.

In Berlin hatten bis 16.00 Uhr 58,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das teilte Landeswahlleiterin Petra Michaelis-Merzbach am Nachmittag mit. Damit lag die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt um 2,3 Prozentpunkte höher als bei der vergangenen Bundestagswahl am 27. September 2009. In die Zählung ging auch ein Teil der abgegebenen Briefwahlunterlagen ein.

In manchen Wahlbezirken herrschte schon morgens ein großer Andrang. In der Achard-Grundschule etwa, vor dem Wahllokal 511 in Kaulsdorf, standen gegen Mittag Warteschlangen von 25 bis 30 Wählern. "Das ist schon seit dem Morgen so", sagte ein Wahlhelfer. Viele Eltern kamen mit ihren Kindern.

Steglitz-Zehlendorf besonders wahlbegeistert, Marzahn-Hellersdorf weniger

Die höchste Wahlbeteiligung wurde mit 64,0 Prozent aus dem Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf gemeldet. In Charlottenburg-Wilmersdorf traten bis zum Nachmittag 61,8 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne. Am niedrigsten war die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf mit 54,1 Prozent und in Neukölln mit 54,8 Prozent. Den größten Anstieg im Vergleich zur vorherigen Bundestagswahl verzeichnete Lichtenberg mit einem Plus von 3,9 Prozentpunkten. Insgesamt lag die Beteiligung im Westteil Berlins etwas höher als im Ostteil.

In Berlin waren rund 2,5 Millionen wahlberechtigte Bürger aufgerufen, den 18. Deutschen Bundestag zu wählen. 150 Direktkandidaten und 17 Parteien traten in 12 Wahlkreisen an.

Joachim Gauck bei seiner ersten Stimmabgabe als Bundespräsident (Bild: dpa)
Bundespräsident Gauck wählte in der Erich-Kästner-Grundschule in Dahlem

Gauck stimmte in Dahlem ab

Auch Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gaben - vor den Augen zahlreicher Medienvertreter - ihre Stimmen ab. Gauck kam am Morgen gemeinsam mit Bundeswahlleiter Roderich Egeler in die Erich-Kästner-Grundschule im Ortsteil Dahlem (Bezirk Steglitz-Zehlendorf). Gauck wies darauf hin, dass es für ihn erst seit der Wende freie Wahlen gibt. Er werde keine Wahl versäumen. Mit dabei war auch Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt.

Merkel warf ihren Stimmzettel wie auch im vergangenen Jahr in eine Wahlurne in der Humboldt-Universität im Bezirk Mitte. Sie kam zu Fuß und in Begleitung ihres Ehemanns Joachim Sauer in das Wahllokal in der Hochschule. Linke-Spitzenkandidat Gregor Gysi, machte in Pankow seine Kreuzchen. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, warf ihren Stimmzettel in Charlottenburg in die Wahlurne.

Woidke ging in Forst zur Wahl

Auch in Brandenburg zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab als vor vier Jahren. Bis 14 Uhr gaben am Sonntag 38,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie Landeswahlleiter Bruno Küpper in Potsdam mitteilte. Das sind 1,9 Prozentpunkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt bei der Bundestagswahl 2009. Brandenburg liegt damit etwas unterhalb des Bundestrends: In ganz Deutschland stieg die Wahlbeteiligung bis 14 Uhr laut Bundeswahlleiter um 5,3 Prozentpunkte auf 41,4 Prozent.

Die landesweit höchste Wahlbeteiligung in Brandenburg meldete dem Landeswahlleiter zufolge der Landkreis Dahme-Spreewald mit 43,2 Prozent, die niedrigste der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit 34,2 Prozent.

In der Landeshauptstadt betrug die Wahlbeteiligung 38,4 Prozent. Dort hatte gleich nach Öffnung der Wahllokale um 8.00 Uhr der frühere Ministerpräsident und langjährige SPD-Landesvorsitzende Matthias Platzeck gewählt. In den anderen vier kreisfreien Städten lag die Wahlbeteiligung unter dem Landesdurchschnitt. In Brandenburg an der Havel betrug sie 36,1 Prozent, in Cottbus 36,0 Prozent und in Frankfurt (Oder) 34,4 Prozent. Bis zum Mittag gingen die Spitzenpolitiker wählen, so Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Forst (Spree-Neiße).

Auch viele der Brandenburger Spitzenkandidaten gaben bis zum Mittag ihre Stimmen ab, darunter Michael Stübgen von der CDU, Diana Golze von der Linken und Annalena Baerbock von Bündnis 90/Die Grünen. Der märkische SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier wählte nicht in
Brandenburg.