
Kein Mangel an Wahlhelfern - Brandenburg für Bundestagswahl gut vorbereitet
Wie die Wahlbeteiligung sein wird, lässt sich für Brandenburg zwar noch nicht voraussagen. Aber dass die Wahllokale gut besetzt sein werden, schon: Denn an freiwilligen Helfern mangelt es nicht.
In Brandenburg haben die meisten Kommunen keine Schwierigkeiten, freiwillige Wahlhelfer zu gewinnen. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Zur Bundestagswahl am 22. September werden rund 28 000 ehrenamtliche Wahlhelfer gebraucht. Jetzt müssen noch die letzten Freiwilligen mobilisiert werden.
Wie viele Wahlhelfer landesweit schon zusammengekommen sind, erfasst niemand. "Die Kommunen haben mir keine Probleme gemeldet", sagte Bettina Cain, Sprecherin des Landeswahlleiters. Sie geht davon aus, dass genügend Ehrenamtliche gefunden werden. Wahlhelfer kann jeder werden, der mindestens 18 Jahre alt und deutscher Staatsangehöriger ist.
Dampferfahrt als Dankeschön
Im Wahlkreis 61, zu dem die Landeshauptstadt Potsdam gehört, fehlen noch etwa 13 Helfer. "Wir suchen immer noch", sagte Kreiswahlleiter Matthias Förster. Seit 1996 ist er für den Kreis verantwortlich. "Viele übernehmen das Amt Wahl für Wahl", sagte Förster. Das Geld spiele dabei keine Rolle.
Denn reich wird man als Wahlhelfer nicht: "Es ist und bleibt ein Ehrenamt", sagte Cain. Mit einem "Erfrischungsgeld" um die 30 Euro werde der Aufwand entschädigt. Manchmal gibt es auch eine andere Belohnung: 2010 waren altgediente Wahlhelfer mit Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) auf einem Dampfer durch die Mark geschippert. "Das war für alle ein tolles Erlebnis", meinte Förster.
Rund zwei Millionen Wahlberechtigte sind im September aufgerufen ihre Stimme abzugeben. In den 3650 Wahllokalen ist dann von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends ein ständiges Kommen und Gehen. Der Tag für die Helfer beginnt früher: "Ab 6 Uhr muss alles vorbereitet werden", sagte Cain. Das fange bei funktionierenden Stiften an. Ist der letzte Wähler gegangen, wird ausgezählt. "Vor 20 Uhr ist da selten Schluss."
"Das Amt wird mitunter vom Vater zum Sohn vererbt"
In Cottbus stehen etwa 90 Prozent der Helfer in den Startlöchern. "Bis jetzt haben wir es immer geschafft die Leute zusammen zu bekommen", sagte der stellvertretende Kreiswahlleiter Andreas Pohle. "Manche sind schon bei ihrer 20. Wahl dabei." Die meisten Helfer seien älter, ein Generationswechsel bereits im Gange. "Wer weit über 70 ist, tut sich das nicht mehr an", sagte Pohle. Bei der Landtagswahl im kommenden Jahr, bei der schon 16-Jährige an die Urnen dürfen, wolle man daher besonders in Gymnasien um Nachwuchs werben.
"Wahlhelfer zu sein ist ein Stück weit Pflicht- und Ehrensache", sagte Marcel Dziwis, Kreiswahlleiter in der Uckermark und Barnim. "Das Amt wird mitunter vom Vater zum Sohn vererbt." Auch in seiner Region ist er optimistisch. "Wir haben immer genug Freiwillige zusammenbekommen, dabei wird es bleiben." Dem stimmt seine Kollegin aus Märkisch-Oderland zu. "Von den zuständigen Ämtern habe ich nicht von Problemen gehört", sagte Karla Frenzel.
Mit Aufklebern und Aushängen hat man in allen Regionen um die Helfer geworben. Auch über Amtsblätter und das Internet sind Anzeigen geschaltet. Zudem schreiben viele Landkreise ihre ehemaligen Freiwilligen an. "Am Ende geht es schließlich um eine staatsbürgerliche Verantwortung", meinte Cain.





