
FDP-Spitzenkandidat in Radioeins - Brüderle: "Flächendeckender Mindestlohn ist Quatsch"
Er ist der Spitzenkandidat der FDP und Freund klarer Worte - wenn man ihn denn versteht: Rainer Brüderle, für die einen ein Urgestein deutscher Politik, für die anderen ein wandelnder Altherrenwitz. Im Interview verriet der Liberale, wie er die Rolle der FDP kurz vor der Bundestagswahl sieht, was seine Partei danach vorhat und warum ein flächendeckender Mindestlohn aus seiner Sicht "ökonomischer Unsinn" ist.
Kurz vor der Bundestagswahl blickt FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle trotz verhaltener Umfragewerte voller Optimismus auf den 22. September: "Man versucht die FDP besonders runterzumachen, weil man die Regierung weghaben will. Aber es war immer so: Wir werden beschimpft, aber am Ende werden wir auch gewählt", sagte Brüderle im Interview mit den Radioeins-Moderatoren Stefan Rupp und Christoph Azone.
"Insgesamt bin ich mit der FDP echt zufrieden", lobt Brüderle seine Partei. Deutschland stehe da "wie kein anderes Land: Alle beneiden uns." Dafür habe die Politik die richtigen Weichen gestellt. Und was die Zukunft angeht: Das Programm der FDP sei, den Haushalt auszugleichen und ab 2015 Schulden zurückzuzahlen. Danach sollten die Bürger weiter entlastet werden.
Die Sache mit dem flächendeckenden Mindestlohn allerdings hält der Pfälzer für "ökonomischen Unsinn". Die Lebenshaltungskosten etwa in München oder Stuttgart seien ungleich höher als im Westerwald oder in der Eifel. Eine Ausnahme seien bestimmte Branchen in den neuen Bundesländern, wo Beschäftigte kaum gewerkschaftlich organisiert seien.
Zu der "Hotelbar"-Affäre wollte Brüderle sich auch im rbb nicht äußern. Eine junge "Stern"-Journalistin hatte berichtet, der 68-Jährige habe sie abends an einem Tresen angemacht und ihn als "wandelnden Altherrenwitz" tituliert.
Ansonsten redet Brüderle durchaus gerne - in einer "silbenreduzierten Sprache", wie er selbst eingesteht. Brüderle: "Die Pfälzer haben die Spezialität, dass sie ab und zu eine Silbe wegfallen lassen. Wir kommen damit klar, aber der Rest von Deutschland nicht."

