Reinickendorf
In den Bezirksgrenzen von Reinickendorf liegen sowohl das dörfliche Lübars als auch die Hochhaus-Siedlung Märkisches Viertel und der internationale Flughafen Tegel. Eine bunte Mischung, die sich auch bei den Mieten niederschlägt: Wohnraum gibt es schon ab rund 5 Euro/m2, man kann aber auch bis zu 9 Euro/m2 ausgeben. Für Berlin ist das zwar noch billig, aber lange warten sollte man mit dem Umzug hierher nicht: Ist der Flughafen BER erstmal fertig, soll Tegel zum Industrie- und Universitätsstandort werden, was die Mietpreise wohl kräftig steigen lassen wird. Beim Fahrradklau reiht sich Reinickendorf eher im hinteren Drittel des kriminellen Berlins ein: 1.261 registrierte Fälle im Jahr 2011, Platz 9. Aber wer will bei diesem Lärm schon gerne draußen arbeiten? Dann doch lieber drinnen, zum Beispiel in einer Privatschule. 8 gibt es davon in Reinickendorf, das ist für Berlin durchschnittlich. Besonders steigen wird die Nachfrage hier allerdings nicht: Mit nur 1,9 Prozent Bevölkerungswachstum bis 2030 ist Reinickendorf Schlusslicht in der Hauptstadt. Aber vielleicht wird sich das noch ändern, wenn erstmal der Flughafen Tegel seinen Betrieb einstellt - was nach aktuellen Prognosen... nun ja, irgendwann, wahrscheinlich, vermutlich, vielleicht der Fall sein wird. Bis dahin aber ist "TXL", so die internationale Bezeichnung, auch der Joker des Bezirks. Denn Tegel tut, was der BER nicht kann: Funktionieren. Und dafür lieben ihn viele Berliner.
Spandau / Charlottenburg Nord
Spandau ist da, wo Westberlin noch erschwinglich ist: Mit einem durchschnittlichen Mietpreis von 5,90 Euro/m2 ist es hier ähnlich preiswert wie zum Beispiel im Ostberliner Plattenbau-Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Für eine erschwingliche Wohnung lohnt sich also durchaus die (zum Teil sehr lange) Reise raus an den Rand der Großstadt. Für Fahrraddiebstahl offenbar weniger: Mit 893 gestohlenen Rädern im Jahr 2011 ist der Bezirk gefeiertes Schlusslicht in dieser Statistik. Wie viele Menschen hier tatsächlich ein Rad haben, ist allerdings nicht überliefert. Bei den Privatschulen ist Spandau mit 8 nur Mittelmaß, und auch beim Bevölkerungswachstum liegt Spandau mit 5,7 Prozent Wachstum bis 2030 im hinteren Drittel. Trotzdem hat die Spandau-Karte das Zeug, jede andere im Set zu schlagen: Dank dem Ärzte-Joker. Die Bandgründer Farin Urlaub und Bela B. lernten sich Anfang der 80er Jahre im "Ballhaus Spandau" kennen. Was folgte, ist zur Legende geworden: Die beste Band der Welt - und auf Anführungszeichen verzichten wir bei diesem Selbstvermarktungsspruch der Band absichtlich.