
"Der Drops ist noch nicht gelutscht" - Netzaktivisten-Ehepaar führt die Piraten in Brandenburg
Die Domscheit-Bergs sind das Promi-Paar unter den Netzaktivisten, nun führt das Politpaar die Brandenburger Piraten in den Bundestagswahlkampf: Anke Domscheit-Berg ist neue Landeschefin der märkischen Piraten, ihr Ehemann Daniel Domscheit-Berg setzte sich knapp als Politischer Geschäftsführer durch. Beide geben sich trotz schlechter Umfragewerte für ihre Partei zweckoptimistisch.
Die Bundestagskandidatin Anke Domscheit-Berg ist neue Landeschefin der brandenburgischen Piratenpartei. Auf einem Landesparteitag in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) setzte sie sich mit 32 von 63 abgegebenen Stimmen durch. Die gebürtige Brandenburgerin kam im Mai 2012 von den Grünen zu den Piraten und ist Mitbegründerin des "Government 2.0 Netzwerk Deutschland", das sich für die Öffnung der Verwaltung gegenüber der Öffentlichkeit einsetzt.

Politischer Geschäftsführer wurde ihr Ehemann Daniel Domscheit-Berg, auf den 36 von 64 Stimmen entfielen. Er war zeitweise Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks, kehrte ihr aber im Streit mit dem Chef Julian Assange den Rücken und gründete OpenLeaks
als Konkurrenz-Plattform.
Anke Domscheit-Berg zeigte sich nach ihrer Wahl zuversichtlich, dass ihrer Partei trotz niedriger Umfragewerte bei der Bundestagswahl noch der Sprung ins Parlament gelingen werde. "Der Drops ist noch nicht gelutscht. Ich halte es immer noch für realistisch, dass wir die Fünf-Prozent-Hürde knacken werden", sagte Domscheit-Berg der Nachrichtenagentur dpa. In den verbleibenden sechs Wochen bis zum 22. September will die Netzpolitikerin vor allem den NSA-Abhörskandal und Überwachungstendenzen durch in- und ausländische Geheimdienste in Deutschland thematisieren.
Domscheit-Berg: "Das ist jetzt so was wie ein Neustart"
Domscheit-Berg hofft, dass sich die Wogen bei den märkischen Piraten glätten. Durch Aus- und Rücktritte war zuletzt der Zusammenhalt zwischen Vorstand und Basis gestört. Unter anderem hatte im Februar 2013 der Parteichef Michael Hensel nach Querelen sein Amt niedergelegt. Er hatte den Parteivorsitz mit sofortiger Wirkung an seine Stellvertreterin Clara Jongen abgegeben, die jetzt nicht noch einmal für den Parteivorstand kandidierte.
"Das ist jetzt so was wie ein Neustart", sagte Domscheit-Berg. Ihr sei es wichtig, "dass jetzt alle in einem Boot sitzen und zusammen für die gemeinsamen Ziele kämpfen". Und das seien jetzt die Bundestagswahl und im kommenden Jahr die Landstagswahlen in Brandenburg, betonte die neue Vorsitzende.

