Video: Andreas B. Hewel, Brandenburg aktuell | 16.09.2013

Gabriel, Steinmeier und Roland Kaiser waren auch da - Merkel macht in Potsdam eine klare Ansage

Am Tag nach der bayerischen Landtagswahl ging es in Potsdam hoch her: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nutzte ihren dortigen Auftritt für eine klare Ansage an ihren Koalitionspartner FDP und deren Zweitstimmenkampagne. Derweil versuchten Demonstranten, Merkels Rede mit Pfiffen zu übertönen. Kurz zuvor hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel mit Roland Kaiser die Potsdamer Wähler zum Wahlkampf gelockt.

Es war ihr dritter Wahlkampfauftritt in Brandenburg, doch die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Potsdam fiel aus der Reihe. In der heißen Wahlkampfphase nutzte sie die Gelegenheit für eine klare Ansage in Richtung Koalitionspartner FDP und deren Zweitstimmenkampagne: "Wir möchten die Koalition gern fortsetzen, aber die CDU hat keine Stimme zu verschenken", sagte Merkel. Und: "Jeder kämpft für seine Politik."

Die CDU-Vorsitzende reagierte damit auf den Appell der FDP-Spitze an die Bürger, die Liberalen mit der Zweitstimme zu wählen, um die schwarz-gelbe Bundesregierung zu stützen. Bei der Landtagswahl in Bayern war die FDP am Sonntag an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

Auf den Bassinplatz am Rande des Holländischen Viertels waren mehreren Tausend Menschen gekommen, um Angela Merkel zu hören. Allerdings wurde ihre Wahlkampfrede über Chancen in Deutschland, Träume der Bürger und gute Bedingungen für die Wirtschaft von Demonstranten mit lauten Pfiffen gestört. Sie hielten Transparente hoch mit der Aufschrift "Gegen Homophobie" und "Atomkraft - Nein Danke".

Ein Plakat mit dem Porträt des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel und dem Hinweis auf ein Konzert von Roland Kaiser in Potsdam (Bild: dpa)
Sigmar Gabriel lockte mit Roland Kaiser. Oder war es umgekehrt?

Konkurrenz in der Landeshauptstad hatte Angela Merkel zuvor von SPD-Prominenz beekommen: Parteichef Sigmar Gabriel trat im Rahmen der parteieigenen "Klartext Open Air"-Tour am Lustgarten auf.

Für einen zusätzlichen Besucheransturm sorgte aber auch der Auftritt einer nicht in erster Linie für politische Äußerungen bekannten Figur: Nach den Reden ließ die SPD Schlagerstar Roland Kaiser am Lustgarten auftreten – um 19.30 Uhr und damit zeitgleich zur Merkel-Rede.

Dunkle Regenwolken ziehen über eine Videowand, auf der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 03.09.2013 auf einer Wahlkampfveranstaltung zur Bundestagswahl auf dem Marktplatz in Finsterwalde (Brandenburg) zu sehen ist. (Quelle: dpa)

Angela Merkel auf Wahlkampftour - Die Kanzlerin in Finsterwalde

Hoher Besuch in Finsterwalde: Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Dienstagabend auf dem Marktplatz des 17.000-Einwohner-Städtchens zu Gast. Die Prominenz des Gastes sei schon etwas Besonderes für die Stadt, hatte vorab der Bürgermeister gesagt. Doch in puncto Großveranstaltungen ist die Sängerstadt andere Dimensionen gewöhnt.